Pharma-Kritik

CHOP: Herzinsuffizienz als Komplikation nicht verpassen

pharma-kritik Jahrgang 42, Nummer 1, PK1099
Redaktionsschluss: 25. Juli 2020
DOI: https://doi.org/10.37667/pk.2020.1099
Die CHOP-Therapie, erste Wahl bei einem aggressiven Non-Hodgkin-Lymphom, kann die Entwicklung einer Herzinsuffizienz begünstigen. Nach einer solchen Behandlung soll deshalb die Herzfunktion überwacht werden. 
Die CHOP-Therapie mit Cyclophosphamid (Endoxan® u.a.), Doxorubicin (Adriblastin®), Vincristin (Oncovin® u.a.) und Prednison ist – auch in Kombination mit Rituximab (MabThera®, R-CHOP) – die Behandlung der ersten Wahl beim aggressiven Non-Hodgkin-Lymphom. In der vorliegenden systematischen Übersicht wurde die kardiovaskuläre Toxizität dieses Schemas untersucht. 137 Studien konnten ausgewertet werden. Der gepoolte Anteil von schwerwiegenden oder lebensbedrohlichen unerwünschten kar­diovaskulären Ereignissen betrug 2,35% (95% CI 1,81-2,93%). Für die Herzinsuffizienz lag der gepoolte Anteil bei 4,62% (95% CI 2,25-7,65). Die Häufigkeit von entdeckten Herzinsuffizienz-Fällen stieg in den Studien signifikant an, wenn die Herzfunktion nach der Chemotherapie untersucht worden war (von 1,6% auf 11,7%). Diese beträchtliche Zunahme deutet darauf hin, dass diese Komplikation bei einer Erstlinien-Therapie eines Non-Hodgkin-Lymphoms mit R-CHOP oder CHOP oft unentdeckt bleibt.  Die Ergebnisse dieser Studie betonen die Notwendigkeit einer Kontrolle der Herzfunktion während und nach einer CHOP-Chemotherapie, um die Behandlung einer sich entwickelnden Herzinsuffizienz bereits in der präsymptomatischen Phase einleiten zu können.

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