Nebenwirkungen aktuell

TRAMADOL
Die Wirkung von Tramadol, einem als mittelstark einzustufenden Schmerzmittel, beruht auf zwei Mechanismen: einerseits bindet es sich an Opiatrezeptoren; andererseits hemmt es die Wiederaufnahme von Noradrenalin und Serotonin. Tramadol wird durch CYP2D6 und andere Zytochrome abgebaut. Wichtigster Metabolit ist O-Desmethyltramadol, das eine viel höhere Affinität zu Opiatrezeptoren besitzt als die Muttersubstanz. Bei verminderter CYP2D6-Aktivität ist deshalb, ähnlich wie bei Codein, mit einer verminderten schmerz-lindernden Wirkung zu rechnen. Informationen zu Tramadol: Leppert W. Pharmacol Rep 2009; 61; 978-92 Young JW, Juurlink DN. CMAJ 2013; 185: E352 Vazzana M et al. Biomed Pharmacother 2015; 70: 234-8
Markenname: Tramadol = Tramal® u.a Hypoglykämie Eine 82-jährige Frau wurde nach einem Sturz auf die Notfallstation gebracht. Seit 3 Wochen bestanden bei ihr eine Schläfrigkeit und psychomotorische Verlangsamung; zudem hatte sie in den letzten 2 Monaten 4 kg an Gewicht verloren. Als Diagnosen waren eine Arthrose, Herzrhythmusstörungen, eine Stimmungslabilität mit Halluzinationen und eine Hypercholesterinämie bekannt. Die eingenommenen Medikamente waren Bromazepam (Lexotanil®), Risperidon (Risperdal® u.a.), Amitriptylin (Saroten®), Lysinacetylsalicylat (Aspégic®), Trimetazidin (ein in der Schweiz nicht erhältliches Antianginosum), Diclofenac (Voltaren® u.a.), Omeprazol (Antramups® u.a.) sowie eine Paracetamol/Coffein-Kombination; ferner hatte man vor 3 Wochen eine Behandlung mit einem Tramadol-Retardpräparat (2-mal 100 mg/Tag) begonnen. Bei Eintritt mass man bei der Patientin einen niedrigen Blutzuckerspiegel (3,5 mmol/l). Sie erhielt intravenös Glukose, wonach sich die Vigilanz verbesserte. Einige Stunden später wurde sie erneut somnolent, bei einem Blutzuckerspiegel von 2,2 mmol/l. Man verabreichte abermals Gluko
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Nebenwirkungen aktuell (6. November 2015)
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pharma-kritik, 37/No. 9
PK968
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