Pharma-Kritik

Zu viele und zu wenig Medikamente

Etzel Gysling
pharma-kritik Jahrgang 41, Nummer 7, PK1080
Redaktionsschluss: 18. Februar 2020
DOI: https://doi.org/10.37667/pk.2019.1080
Die Pharmaindustrie forscht und produziert für das Wohl der Menschheit. Nicht etwa für das Wohl der kranken Menschen, sondern für das Wohl der Menschen, die Aktien besitzen. Dies wird, leider, in den letzten Jahren immer offensichtlicher. Anders liesse sich nicht erklären, weshalb wir jetzt bereits sechs masslos teure Interleukin-Antagonisten (neben mindestens acht weiteren Optionen) zur systemischen Therapie einer Plaque-Psoriasis zur Auswahl haben. Selbstverständlich unterscheidet sich jeder dieser «me-too»-Interleukin-Antagonisten in seinem Wirkungsprofil ein bisschen von den anderen – offensichtlich ist es aber nicht im Interesse von Individuen mit einer «schwierigen» Psoriasis, wenn es eine Vielfalt von Substanzen gibt, die ungenügend miteinander verglichen worden sind. Nun verhält es sich aber durchaus nicht so, dass es keine neuen Medikamente gäbe, die allenfalls therapeutische Lücken füllen könnten oder sogar echte Innovationen darstellen. Obwohl in der Schweiz sehr kostspielige, aber nur kleinen Gruppen von Kranken dienende Medikamente in grosser Zahl eingeführt werden, sind hier andere nützliche Mittel auch nach Jahren nicht offiziell verfügbar. Schon 2003 wurde orales Ivermectin (Stromectol® u.a.) in unserer Zeitschrift als eine gute Behandlungsmöglichkeit bei Scabies bezeichnet.(1) Auch 2020 ist in der Schweiz noch kein orales Ivermectin-Präparat offiziell erhältlich. Stossend ist auch die Tatsache, dass in anderen Ländern (voran in den USA) schon seit 2017 eine neue Impfung gegen Herpes zoster (Shingrix®) verordnet werden kann, die gemäss aktuellen Daten weit wirksamer ist als die schon länger erhältliche Impfung (Zostavax®). Nicht genug damit: von vielen neuen Mitteln, die in den USA auf den Markt kommen, hört man hier kaum. Ein Blick auf die Liste von neuen Substanzen, die dort in den letzten zwei, drei Jahren eingeführt worden sind, ist beeindruckend. Gewiss: es hat auch recht viele «me-too»-Präparate dabei und die Preise sind teilweise exorbitant. Neue Mittel wie das oral verabreichbare Semaglutid, wie Tafenaquin (eine wichtige neue Waffe gegen Malaria) oder wie

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