Pharma-Kritik

Wirbelfrakturen nach Absetzen von Denosumab

Etzel Gysling
pharma-kritik Jahrgang 42, Nummer 3, PK1113
Redaktionsschluss: 11. Oktober 2020
Wird Denosumab (Prolia®, Xgeva®) abgesetzt oder stark verspätet verabreicht, kann es zu gehäuften Wirbelfrakturen kommen. Es ist nicht sicher, dass sich dies durch eine sofortige Gabe von Bisphosphonaten vermeiden lässt. Deshalb müssen Pro und Kontra vor einer Therapie mit Denosumab genau geprüft werden.
Dass es nach dem Absetzen von Denosumab (Prolia, Xgeva®) zu einer Häufung von Wirbelfrakturen kommen kann, ist seit dem Herbst 2015 bekannt.(1) Ein Hinweis auf dieses Problem erschien im folgenden Jahr auf unserer Website. Seither sind weitere Berichte dazu veröffentlicht worden. Wird das Präparat abgesetzt oder verzögert verabreicht, so nimmt der Knochen-Turnover rasch zu und die zuvor gewonnene Knochendichte geht verloren. So können innerhalb von Monaten mehrere «spontane» Wirbelfrakturen entstehen. Ob sich dieses Problem durch die Gabe von Bisphosphonaten vermeiden lässt, ist nicht gesichert. Die britischen Gesundheitsbehörden haben nun in einem «Drug Safety Update» entsprechende Ratschläge publiziert.(2) Dabei wird in erster Linie empfohlen, Vor- und Nachteile einer Verschreibung von Denosumab speziell sorgfältig abzuwägen, insbesondere bei Personen, die bereits Wirbelfrakturen erlitten haben. Auch soll berück­sichtigt werden, dass selten auch mit Denosumab Nekrosen des Kieferknochens und des äusseren Gehörgangs sowie atypische Femurfrakturen auftreten. Für Denosumab ist die optimale Verabreichungsdauer nicht bekannt; jedenfalls soll das Präparat nicht ohne fachärztliche Beurteilung abgesetzt werden.

Wenn ein Medikament dazu führt, dass nach dem Absetzen die behandelte Erkrankung verstärkt wieder auftritt, dann haben wir ein Problem. Dies lässt sich wohl nur vermeiden, indem man das betreffende Medikament gar nicht einsetzt. Ganz problemlos ist allerdings keines der bei Osteoporose verwendeten Medikamente.

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