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Pharma-Kritik

Vorhofflimmern

Ramin Ebrahimi, Laurent Haegeli
pharma-kritik Jahrgang 41, Nummer 11, PK1093
Redaktionsschluss: 11. Mai 2020
DOI: https://doi.org/10.37667/pk.2019.1093
Bei der Mehrheit der Kranken mit einem Vorhofflimmern ist eine wirksame Thromboembolie-Prophylaxe die wichtigste therapeutische Massnahme. In den aktuellen Leitlinien wird empfohlen, eine orale Antikoagulation mit Nicht-Vitamin-K-abhängigen oralen Antikoagulantien durchzuführen, wobei eine sorgfältige Individualisierung indiziert ist. Besonders eine Mehrfachhemmung der Blutgerinnung mit oralen Antikoagulantien und Plättchenhemmern stellt ein erhebliches Blutungsrisiko dar. Neben der An-tikoagulation können verschiedene Interventionen (Verschluss des linken Vorhofohrs, Katheterablation) sowie Antiarrhythmika in Betracht gezogen werden.
Vorhofflimmern ist die häufigste Form von Herzrhythmusstörungen. Sie betrifft derzeit etwa 1-2% der Bevölkerung mit weltweit zunehmender Prävalenz. Allein aufgrund des demographischen Wandels ist eine weitere deutliche Zunahme zu erwarten. Die wichtigsten Elemente der Therapie des Vorhofflimmerns sind eine wirksame Thromboembolie-Prophylaxe sowie eine Rhythmus- oder Frequenzkontrolle.(1) Dieser Artikel soll ein übersichtliches Update der medikamentösen und interventionellen Therapiemöglichkeiten vermitteln.

Indikation zur oralen Antikoagulation
Zur Verhinderung des Auftretens der relevantesten Komplikation des Vorhofflimmerns, eines Schlaganfalls, ist die Indikation einer therapeutischen Antikoagulation zu evaluieren. In den aktuellen Guidelines der European Society of Cardiology (ESC) wird zur Risikoabschätzung der CHA2DS2-VASc-Score empfohlen, siehe Tabelle 1.(2) Daneben werden aktuell weitere Modelle zur Risikoabschätzung eines Schlaganfalls evaluiert (ABC-Score, ATRIA-Score usw.), die Faktoren beinhalten, die im CHA2DS2-VASc-Score nicht berücksichtigt sind. So werden Faktoren wie Biomarker, der «Global Longitudinal Strain» (GLS) des Vorhofs und Faktoren wie Niereninsuffizienz und Proteinurie mit bereits vielversprechenden Ergebnissen untersucht. Jedoch haben diese Ergebnisse noch nicht Aufnahme in die Guidelines gefunden.

Bei einem Score von null Punkten bei Männern und einem Punkt bei Frauen liegen keine guten Daten vor, dass die Vorteile einer oralen Antikoagulation die Risiken überwiegen. Für Männer mit 1 oder Frauen mit 2 Punkten gibt es zunehmende Evidenz für einen Nutzen der oralen Antikoagulation. Ab einem Score von 2 Punkten bei Männern oder 3 Punkten bei Frauen ist von einem signifikant erhöhten Thromboembolie-Risiko auszugehen; in diese

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