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Häufigkeit von Kondylomen nimmt nach Einführung der HPV-Impfung ab

k -- Ali H, Donovan B, Wand H et al. Genital warts in young Australians five years into national human papillomavirus vaccination programme: national surveillance data. BMJ 2013 (18. April); 346: f2032 [Link]
Zusammengefasst von: Anne Witschi
infomed screen Jahrgang 17 (2013) , Nummer 4
Datum der Ausgabe: August 2013

Australien führte 2007 als eines der ersten Länder ein Impfprogramm gegen einzelne Subtypen des humanen Papillomavirus (HPV) ein, die genitale Kondylome (Condylomata acuminata) und Zervixkarzinome verursachen können. Die Impfung wurde 12- bis 26-jährigen, aber auch älteren Frauen gratis angeboten. Drei Jahre später betrug die Impfrate bei der jüngsten Altersgruppe (12- bis 13-Jährige) bereits 83% bis 73%, abnehmend von der ersten zur dritten Impfung, und bei 20- bis 26-jährigen Frauen 52% für die erste Dosis.
 
In die Studie aufgenommen wurden 7'686 von 85'770 Personen (9%), bei denen von 2004 bis 2011 erstmals in acht Zentren Condylomata acuminata diagnostiziert worden waren. Bei den Frauen betrug die Häufigkeit von Kondylomen von 2004 bis 2007 maximal 10% und ging nach Beginn der Impfkampagne auf 3% im Jahr 2011 zurück. Die Impfraten in den verschiedenen Alterskategorien widerspiegelnd, beobachtete man den weitaus grössten Rückgang der Kondylome von 93% bei der Gruppe der Frauen unter 21 und von 73% bei den 21- bis 30-jährigen Frauen. Bei Frauen über 30 blieb die Häufigkeit vor und nach der Kampagne unverändert 4%. Bei den heterosexuellen Männern unter 21 ging die Häufigkeit von Kondylomen nach Einführung der Impfung um 82% und bei den 21- bis 30-jährigen um 51% zurück. Bei den Männern über 30 Jahren unterschied sich die Kondylom-Häufigkeit vor und nach Einführung der Impfung nicht.

Das sind eindrückliche Resultate einer erfolgreichen «Public Health»-Intervention. In der gleichen Zeitspanne hat es die Schweiz bei den 11- bis 19-jährigen Frauen auf eine Impfrate von lediglich 36% (57% in der französisch sprechenden Schweiz, 29% in der Deutschschweiz) geschafft.(1) Gründe für so grosse Länderunterschiede mögen im Vorhandensein oder nicht Vorhandensein einer «Public Health»-Kultur liegen. In der Schweiz kommt dazu, dass der HPV-Impfstoff auf dem Markt war, bevor die Kostenübernahme durch die Krankenkassen garantiert war. Das hatte damals zu einer Kontroverse über die Impfung und damit in der Bevölkerung möglicherweise zu einem Vertrauensverlust geführt.

Zusammengefasst von Anne Witschi

1 BAG Bulletin 2010/43; 949-53

 

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