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Folgen des Rauchens für Frauen im 21. Jahrhundert

k -- Pirie K, Peto R, Reeves GK et al. The 21st century hazards of smoking and benefits of stopping: a prospective study of one million women in the UK. Lancet 2013 (12.Januar); 381: 133-41 [Link]
Zusammengefasst von: Anne Witschi
infomed screen Jahrgang 17 (2013) , Nummer 2
Datum der Ausgabe: April 2013

Durch Rauchen verursachte Krankheiten stellen in Europa und den USA die häufigste vermeidbare Todesursache dar. Die Prävalenz des Rauchens von Frauen hat erst in den 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts ihren Höhepunkt erreicht, weshalb das durch Rauchen bedingte Krankheitsrisiko bisher eher unterschätzt wurde. Daher wurden von 1996 bis 2001 1'180'652 50- bis 69-jährige Frauen aus dem britischen Screening-Programm für Mammakarzinom rekrutiert, die bei der Rekrutierung keine mit Rauchen assoziierte Gesundheitsschädigung hatten. Sie wurden beim Eintritt in die Studie sowie drei und acht Jahre danach zu ihrer Gesundheit und ihren Rauchergewohnheiten befragt. Erfasst wurden die Anzahl täglich gerauchter Zigaretten und das Alter, in welchem sie mit Rauchen angefangen und allenfalls auch wieder aufgehört hatten. Frauen, die nach dem 55. Lebensjahr mit Rauchen aufgehört hatten, wurden ausgeschlossen. Zwölf Jahre nach Eintritt in die Studie wurde die Mortalität von Raucherinnen, Ex-Raucherinnen und Nichtraucherinnen bestimmt und verglichen. 

Bei Studienbeginn waren 20% der Frauen Raucherinnen, 28% ehemalige Raucherinnen und 52% hatten nie geraucht. 13% der Nichtraucherinnen waren Passivraucherinnen. Die Rauchergewohnheiten (in der Jugend gegenüber später; Anzahl Zigaretten pro Tag) hatten sich über die Jahre nicht wesentlich geändert. Nach zwölf Jahren war die Gesamtmortalität der Raucherinnen im Vergleich mit den Nichtraucherinnen fast 3-mal höher, das Risiko für Lungenkrebs rund 21-mal höher. Insgesamt verloren Raucherinnen gegenüber Nichtraucherinnen elf Lebensjahre. Je früher eine Frau zu rauchen angefangen hatte, desto höher war ihr Sterberisiko. Die Erhöhung des Sterberisikos reduzierte sich bei Frauen, die vor dem 40. Lebensjahr mit Rauchen aufgehört hatten, wieder um rund 90% und diejenige von Frauen, die vor dem 30. Lebensjahr aufgehört hatten, sogar um bis zu 97%.

Kürzlich erschienene Daten zeigen, dass europäische Frauen ab 2013 häufiger an Lungenkrebs als an Brustkrebs sterben werden.1 Das war zu erwarten, zumal die Lungenkrebssterblichkeit von Frauen seit den 70er-Jahren stetig zunimmt. Interessant ist die Tatsache, dass die Rauchgewohnheiten bei der einzelnen Frau über die Jahre gleich bleiben. Wichtig ist zudem die Erkenntnis, dass auch wenig Rauchen ein massiv erhöhtes Risiko für Lungenkrebs darstellt, und dass das Risiko umso grösser ist, je früher eine Frau mit Rauchen angefangen hat. Deshalb wäre es vielleicht sinnvoll, Präventionskampagnen zu lancieren, die speziell die sehr jungen Frauen als Zielgruppe haben.

Zusammengefasst von Anne Witschi

1Malvezzi M, Bertuccio P, Levi F et al. : European cancer mortality predictions for the year 2013. Ann Oncol 2013 (Mã¤rz); 24: 792-800

 

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Folgen des Rauchens für Frauen im 21. Jahrhundert (April 2013)
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