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Medizinische Information: gut und gratis (kein Passwort nötig)

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Zusammengefasst von: Etzel Gysling
infomed screen Jahrgang 16 (2012) , Nummer 5
Datum der Ausgabe: Oktober 2012

Die Frage stellt sich immer wieder neu: Wie komme ich zu zuverlässigen und aktuellen Antworten auf meine Fragen aus der Praxis oder aus dem Spital? Das Angebot im Internet ändert sich ständig ein bisschen – einzelne Sites bieten mehr, andere dagegen reduzieren vielleicht nicht ihr ganzes Repertoire, aber bieten weniger kostenlos an.

Für alle, die bereit sind, für ihre Literatursuche etwas Zeit einzusetzen, ist die medizinische Datenbank Medline, die im Internet unter dem Namen PubMed (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed) firmiert, eine Fundgrube erster Güte. Dieses kostenlose Angebot, offeriert vom amerikanischen «National Center for Biotechnology Information» (NCBI), wird kontinuierlich verbessert. Die im Laufe der Jahre ausgebauten Möglichkeiten der individualisierten Nutzung sind sehr praktisch. Nur schon, um die eigene «recent activity» (mit anderen Worten: die eigene Suchanamnese) schnell zu überprüfen, lohnt es sich, eine persönliche Seite («My NCBI») anzulegen. Auf die vielfältigen Möglichkeiten der Suchselektion (Filter), des Aufbewahrens und des Versendens von Dokumenten habe ich schon früher hingewiesen (siehe: infomed-screen September/Oktober 2009). 

Nun hat man aber nicht immer genügend Zeit für eine vertiefte Suche. In diesem Fall empfiehlt es sich, Sekundärquellen guter Qualität aufzusuchen. Ich kenne einige Kolleginnen und Kollegen, die auf UpToDate (www.uptodate.com) schwören. Dieses vielfältige Angebot mit hoher Praxisrelevanz kostet allerdings fast 500 Franken jährlich; zur Zeit besteht aber in der Schweiz die Möglichkeit, via die Schweiz. Akademie der Medizinischen Wissenschaften ein einjähriges Einstiegsabo für nur 190 Franken zu bestellen (http://www.samw.ch/de/Projekte/Fachliteratur.html) .

Es gibt aber auch eine ganze Reihe von Adressen, die eine gute Information völlig kostenlos zur Verfügung stellen. Sehr gerne verwende ich die britische TRIP Database (www.tripdatabase.com), die ebenfalls die Möglichkeit einer persönlichen Seite anbietet. Dank der praxisorientierten Auslese von Texten ist es hier oft möglich, innerhalb weniger Minuten zu der Antwort zu gelangen, die man gesucht hat. Nicht ganz so viele Quellen werden von PubMed Health (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmedhealth/) angezapft. Diese Verwandte von PubMed ist auf Texte zur klinischen Wirksamkeit spezialisiert und enthält unter anderem die wohl besten Leitlinien aus verschiedenen Ländern – beispielsweise diejenige des britischen National Institute for Health and Clinical Excellence (NICE), das auch eine ausgezeichnete eigene Website unterhält (www.nice.org.uk).  Eine sehr schöne Auswahl von informativen Texten findet sich ausserdem in den EvidenceUPDATES (http://plus.mcmaster.ca/EvidenceUpdates). Weitere Adressen, die gefallen können: Physician’s First Watch (http://firstwatch.jwatch.org), National electronic Library for Medicines (www.nelm.nhs.uk) und Family Practice News (www.nelm.nhs.uk). Last not least möchte ich noch darauf hinweisen, dass man bei uns (www.infomed.ch) ebenfalls eine grosse Zahl von nützlichen Texten gratis – und erst noch auf Deutsch – abrufen kann.

Etzel Gysling 

 

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infomed-screen 16 -- No. 5
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