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 bad drug news

Oktober 2018

Entzugssymptome beim Absetzen von Antidepressiva häufig

Verfasst von: Etzel Gysling
Datum: 3. Oktober 2018

Eine neue systematische Übersicht, in der 14 Studien berücksichtigt werden, zeigt auf, dass 56% der Personen, bei denen Antidepressiva abgesetzt werden, Entzugssymptome haben. Diese wurden bei fast der Hälfte der Betroffenen als gravierend empfunden. Im Gegensatz zu den in Guidelines genannten Dauer dieser Symptome dauern die Beschwerden oft viele Wochen bis Monate an. 

Link zum Orginaltext:
Davies J, Read J. A systematic review into the incidence, severity and duration of antidepressant withdrawal effects: are guidelines evidence-based?

 

Sildenafil als Ursache von Augenschäden

Verfasst von: Etzel Gysling
Datum: 8. Oktober 2018

Dass Sildenafil (Viagra® u.a.) eine irreversible Augenschädigung verursachen kann, wird wohl immer noch zu wenig beachtet. Wir haben schon vor Jahren über Optikusschäden (NAION = nonarteritic anterior ischemic optic neuropathy) berichtet. Neu erschienen ist ein Rapport über einen 31-Jährigen, der eine nicht genau bestimmte Sildenafil-Überdosis genommen hatte und darauf eine während Monaten anhaltende Visusstörung hatte (beidseitig gestörtes Farbsehen). Gemäss den Aufzeichnungen der amerikanischen Arzneimittelbehörde (FDA) können Visusstörungen aber auch als Nebenwirkung anderer PDE5-Hemmer auftreten, wobei arterielle oder venöse Verschlüsse vorkommen (Link).


Frühere Berichte zu Sildenafil-Nebenwirkungen:

Begünstigt Sildenafil Melanome? 

Sildenafil: Neurologische und psychiatrische Komplikationen

Todesfälle unter Sildenafil 

Sildenafil-Nebenwirkungen  

 

Rivaroxaban (Xarelto®): Erhöhte Mortalität nach Aortenklappenersatz

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 17. Oktober 2018

Eine klinische Studie, in der man die Verabreichung von Rivaroxaban nach perkutanem Aortenklappenersatz («Transcatheter Aortic Valve Implantation» [TAVI]) untersuchte, ist vorzeitig beendet worden: es hatte sich gezeigt, dass unter Rivaroxaban Sterblichkeit und Häufigkeit von Thromboembolien und Blutungen höher lagen als unter einer rein plättchenhemmenden Behandlung.

In Deutschland verschickter «Dear Doctor Letter»: Rivaroxaban: Anstieg von Gesamt-Mortalität sowie Thromboembolie- und Blutungsereignissen bei Patienten nach einem kathetergestützten perkutanen Aortenklappenersatz führt zum vorzeitigen Abbruch einer klinischen Studie

 

Kombinationspräparate: Gefahr von Doppelverschreibungen

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 24. Oktober 2018

Kombinationspräparate – die sich anbieten, wenn die Behandlung einer Krankheit verschiedene Wirkstoffe erfordert – versprechen synergistische Effekte sowie bessere Verträglichkeit und Einnahmetreue. Besonders häufig werden sie bei der Hypertoniebehandlung verwendet. Neben den Vorteilen scheinen Kombinationspräparate aber auch mit Risiken verbunden zu sein. Wie eine retrospektive Analyse am Beispiel der Antihypertensiva zeigt, führt die Verwendung von Kombinationspräparaten signifikant häufiger dazu, das derselbe Wirkstoff doppelt verschrieben wird. Obschon dies bei weniger als 1% der Behandelten passierte, war es rund doppelt so häufig wie bei Verschreibung von Präparaten rein mit Einzelwirkstoffen.

Volltext der Studie aus «Heart»: Fixed-dose combination antihypertensives and risk of medication errors

«pharma-kririk»-Text: Kombinierte Antihypertensiva

 

Niedrigdosiertes Theophyllin ohne Effekt bei chronischer obstruktiver Lungenkrankheit

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 30. Oktober 2018

Die Theophyllin-Dosis, die es braucht, um eine bronchodilatierende Wirkung zu erzeugen, ist oft mit Nebenwirkungen verbunden, weshalb das Mittel nur noch selten verwendet wird. Doch es gibt die Beobachtung, dass Theophyllin nicht nur die Bronchien erweitert, sondern schon in niedriger Dosis die entzündungshemmende Wirkung von Steroiden potenziert. Eine Doppelblindstudie, in der untersucht wurde, ob sich dies auch klinisch bestätigen lässt, ergab indessen ein negatives Ergebnis: Über 1500 Patienten und Patientinnen mit einer chronischen obstruktiven Lungenkrankheit, die eine Inhalationstherapie mit Steroiden durchführten, erhielten ein Jahr lang zusätzlich Theophyllin (Unifyl®, 200 bis 400 mg/Tag [Dosis abhängig vom Gewicht und Raucherstatus]) oder Placebo. Primärer Endpunkt war die Anzahl Exazerbationen, die eine Behandlung mit einem Antibiotikum oder oralen Steroid erforderten. In der Theophyllin-Gruppe zählte man 2,24 Exazerbationen pro Jahr, in der Placebo-Gruppe 2,23.

Kurzform der Studie aus dem JAMA: Effect of Theophylline as Adjunct to Inhaled Corticosteroids on Exacerbations in Patients With COPD

 
Oktober 2018
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