bad drug news

September 2018

Misoprostol-Präparat Cytotec® in Frankreich ausser Handel

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 3. September 2018

Das Misoprostol-Präparat Cytotec®, das zur Prophylaxe und Therapie von gastroduodenalen Ulzera vermarktet wird, ist in Frankreich im Frühling 2018 aus dem Handel gezogen worden, nachdem sich gezeigt hatte, dass es in grossem Umfang missbräuchlich und in zum Teil riskanter Weise für gynäkologische Zwecke eingesetzt worden war. Der Marktrückzug wird nun auch auf die Fixkombination Diclofenac/Mifsoprostol (Arthrotec®) ausgedehnt.

Informationen zum Marktrückzug der beiden Präparate: Dangerous Abortion Drug Pulled in France Still Pushed on Global South und Arrêt de commercialisation du médicament Artotec (diclofénac/misoprostol)

 

Pembrolizumab (Keytruda®): Nebenwirkungen und Vorsichtsmassnahmen

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 10. September 2018

Pembrolizumab, ein PD-1-Rezeptor-Blocker bzw. Immun-Checkpoint-Hemmer, lässt sich beim Melanom, nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom, Hodgkin-Lymphom und Urothelkarzinom einsetzen.
Immunvermittelte Reaktionen gehören zu den häufigsten Nebenwirkungen von Pembrolizumab wie zum Beispiel Myokarditis, Pneumonitis, Thyreoiditis, Myasthenie, Enzephalitis, Sarkoidose und Graft-versus-Host-Krankheit.
Ausserdem wird darauf hingeweisen, dass man bei einer Behandlung mit Immun-Checkpoint-Hemmern (auch wenn sie bis zu 6 Monate zurückliegt) jegliche Impfungen nur nach Rücksprache mit einer entsprechenden Fachperson durchführt; besondere Vorsicht gilt bei Lebendimpfstoffen.

Artikel aus dem «Prescriber Update»: Spotlight on Pembrolizumab

Früherer BDN-Text: Schwere Hautreaktionen unter Pembrolizumab (Keytruda®)

 

Leberschäden durch das schöllkrauthaltige Präparat Iberogast®

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 13. September 2018

Iberogast® ist eine alkoholische Tinktur aus verschiedenen pflanzlichen Wirkstoffen und wird bei funktionellen Magen-Darm-Beschwerden empfohlen. Unter einer Behandlung mit Iberogast® scheinen schwere Leberschädigungen vorkommen zu können, die vermutlich durch den darin enthaltenen Anteil von Schöllkraut-Extrakt hervorgerufen werden. Das deutsche Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hat Kenntnis von zwei Fällen, bei denen eine Lebertransplantation erforderlich war.

BfArM-Mitteilung: Schölkrauthaltige Arzneimittel zur innerlichen Anwendung – Hinweise zur Lebertoxizität

 

Keine überzeugenden Therapieoptionen bei subakutem Husten

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 20. September 2018

Bei Infekten der oberen Luftwege kann manchmal während Wochen ein störender Husten persistieren. In einer systematischen Übersicht, durch eine Schweizer Gruppe verfasst, wurden sechs randomisierte Studien analysiert, die sich mit der Behandlung eines solchen subakuten, das heisst bis zu 10 Wochen dauernden Hustens befasst hatten. Die untersuchten Interventionen waren zum Beispiel Inhalationen mit Steroiden bzw. Bronchodilatatoren, die Einnahme von Montelukast (Singulair® u.a.) oder die Verwendung von Antitussiva wie Codein. Mit keiner der Massnahmen liess sich eine eindeutige klinische Besserung des Hustens erzielen. Es bestätigte sich indessen, dass man auch bei prolongiertem Husten den Betroffenen vermitteln kann, dass die Symptome selbstlimitierend sind.

Volltext der systematischen Übersicht aus dem «British Journal of General Practice»: Treatments for subacute cough in primary care: systematic review and meta-analyses of randomised clinical trials

 

Ceftriaxon (Rocephin® u.a.) und neuropsychiatrische Nebenwirkungen

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 25. September 2018

In Japan soll die Packungsbeilage zu Ceftriaxon angepasst werden, indem auf das Risiko von neuropsychiatrischen Nebenwirkungen hingewiesen wird. Die Änderung beruht darauf, dass bei Ceftriaxon-Behandelten vereinzelt Konvulsionen, unwillkürliche Bewegungen und Bewusstseinsstörungen aufgetreten sind.

Mitteilung der japanischen Arzneimittelbehörde: Summary of Investigation Results – Ceftriaxone sodium hydrate

 

Lokalanästhetika und systemische Nebenwirkungen

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 27. September 2018

In einer Publikation der australischen Arzneimittelbehörde wird daran erinnert, dass der Anwendung von Lokalanästhetika immer das Risiko von systemischen Nebenwirkungen innewohnt. Solche Nebenwirkungen betreffen vor allem das Nervensystem (periorales Taubheitsgefühl, Angabe von metallischem Geschmack, Sehstörungen, Tinnitus, Konvulsionen, Bewusstseinsstörungen) und das Herz-Kreislauf-System (Herzrhythmusstörungen, Blutdruckveränderungen). Ein erhöhtes Risiko für systemische Nebenwirkungen besteht zum Beispiel in der Schwangerschaft, bei Kindern oder bei eingeschränkter Leberfunktion. Zu den Vorsichtsmassnahmen gehört, dass man bei Lokalanästhetika die geringstnötige Dosis verabreicht und Personen, die ein Lokalanästhetikum bekommen haben, adäquat überwacht.

Artikel aus «Medicines Safety Update»: Local anaesthetic systemic toxicity

 
September 2018
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