bad drug news

August 2018

Idiopathische Myositis unter Statinen gehäuft

Verfasst von: Etzel Gysling
Datum: 2. August 2018

Gemäss einer australischen Fall-Kontroll-Studie ist die (seltene) idiopathische Myositis ("idiopathic inflammatory myositis") unter Statinen gehäuft: Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand mit dieser Erkrankung Statine erhält oder erhalten hat, ist fast doppelt so hoch wie bei den Kontrollen. Da diese Myositis nach dem Absetzen der Statine nicht verschwindet, ist es wichtig, bei Muskelproblemen auch an diese Diagnose zu denken.


Link zum Abstract in JAMA Internal Medicine

 

FDA warnt vor Fluorochinolon-Nebenwirkungen

Verfasst von: Etzel Gysling
Datum: 8. August 2018

Die amerikanische Arzneimittelbehörde (FDA) warnt neu ausdrücklich vor möglichen Hypoglykämien unter Fluorochinolonen - die Behörde hat Kenntnis von 67 Fällen eines hypoglykämischen Komas, teilweise mit tödlichen Folgen. Auch Hyperglykämien sind möglich. Die Verwendung dieser Medikamente bei unkomplizierten Harnwegsinfekten, bei akuter bakterieller Sinusitis und bei Exazerbationen einer chronischen Bronchitis sollte möglichst vermieden werden.


Link zur Mitteilung der FDA

 

Gliflozine mögliche Pankreatitis-Ursache

Verfasst von: Etzel Gysling
Datum: 10. August 2018

Die kanadischen Arzneimittelbehörden haben das Risiko einer Pankreatitis unter SGLT-2-Hemmern (Gliflozinen) untersucht. Aufgrund von Fallberichten aus Kanada sowie gemäss internationalen Daten muss angenommen werden, dass Gliflozine tatsächlich in Einzelfällen Ursache einer akuten Pankreatitis sein können. Dagegen fanden sich keine Berichte zu chronischen Pankreatitiden.


Link zum Summary Safety Review von Health Canada 

 

Einschränkungen für Radium-223 (Xofigo®)

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 14. August 2018

Radium-223 ist ein α-Strahler zur Behandlung von symptomatischen Knochenmetastasen bei einem Prostatakarzinom. In einer Studie fand sich für Patienten, die Radium-223 in Kombination mit Abirateron (Zytiga®) und Prednison/Prednisolon erhalten hatten, ein höheres Fraktur- und Sterberisiko als in der Kontrollgruppe. In einer anderen Untersuchung zeigte sich, dass Radium-223 bei weniger als sechs Knochenmetastasen keinen Nutzen erwarten lässt. Dementsprechend sind nun für Radium-223 neue Kontraindikationen formuliert worden.

In Deutschland publizierter «Dear Doctor Letter»: Radium-223-dichlorid: Neue Einschränkungen für den Gebrauch aufgrund von erhöhtem Frakturrisiko und einem Trend zu erhöhter Mortalität

 

Herzinsuffizienz unter Vemurafenib (Zelboraf®)

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 21. August 2018

Vemurafenib, ein Kinasehemmer zur Behandlung bei fortgeschrittenen Melanomen mit einer sogenannten BRAF-V600-Mutation, scheint in seltenen Fällen eine Herzinsuffizienz hervorzurufen können. Weltweit sind bis anhin 59 Fälle einer Herzinsuffizienz gemeldet worden, die unter einer Therapie mit Vemurafenib beobachtet worden waren; in 35 Fällen war Vemurafenib das einzige in Frage kommende Medikament, so dass ein Zusammenhang plausibel ist.

Artikel aus dem «WHO Pharmaceuticals Newsletter»: Vemurafenib and cardiac failure

Frühere BDN-Texte zu Vemurafenib: Fibromatosen durch Vemurafenib (Zelboraf®) und Vemurafenib (Zelboraf®): Verstärkte Radiotoxizität

 

Unnütze primärprophylaktische Massnahmen bei Diabetes

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 28. August 2018

In der ASCEND-Studie – einer grossen placebokontrollierten Untersuchung bei 15’480 Diabeteskranken – wurde geprüft, ob einerseits Acetylsalicylsäure (Aspirin® u.a., 100 mg/Tag), andererseits ω-3-Fettsäuren eine primärprophlakische Wirkung haben. Die mittlere Beobachtungszeit betrug 7,4 Jahre.
Unter ASS traten schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse bei 8,5% der Behandelten auf, unter Placebo bei 9,6% («rate ratio» 0,88 [0,79–0,97]); von ernsthaften Blutungen waren in der ASS-Gruppe 4,1% und in der Placebo-Gruppe 3,2% betroffen (RR 1,29 [1,09–1,52]). Somit verspricht ASS, was sich bereits früher abgezeichnet hat, als Primärprophylaxe bei Diabeteskranken keinen «Nettonutzen».
Auch ω-3-Fettsäuren lassen sich nicht zur Primärprophylaxe empfehlen, da sie im Vergleich zu Placebo weder die kardiovaskuläre Morbidität noch die Gesamtmortalität verbesserten.

Volltexte zur ASCEND-Studie aus dem «New England Journal of Medicine»:  Effects of Aspirin for Primary Prevention in Persons with Diabetes Mellitus und Effects of n-3 Fatty Acid Supplements in Diabetes Mellitus

Früherer BDN-Text zum Thema: Acetylsalicylsäure: Primärprophylaktischer Nutzen bei Diabetes weiterhin nicht nachgewiesen

 
August 2018
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