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 bad drug news

Juli 2017

Pregabalin (Lyrica® u.a.) und Störungen des Farbsehens

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 4. Juli 2017

Über 20 Fallbeschreibungen, die sich in der WHO-Datenbank gesammelt haben, lassen vermuten, dass Pregabalin Störungen des Farbsehens hervorrufen kann. In den gemeldeten Fällen traten solche Sehstörungen rasch, innerhalb von Stunden bis Tagen, nach Beginn der Pregabalin-Behandlung auf und verschwanden nach Absetzen von Pregabalin mehrheitlich wieder.

Artikel aus dem «WHO Pharmaceuticals Newsletter»: Pregabalin and visual colour distortions

 

Denosumab (Prolia®, Xgeva®): Osteonekrosen des äusseren Gehörgangs

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 8. Juli 2017

Denosumab scheint nicht nur im Kieferknochen Osteonekrosen hervorrufen zu können, sondern in seltenen Fällen auch im äusseren Gehörgang – was zu bedenken ist, wenn Leute unter einer Denosumab-Behandlung über otologische Symptome klagen. Als mögliche Risikofaktoren werden eine Steroid- oder eine Chemotherapie betrachtet, eventuell verbunden mit lokalen Problemen wie einer Infektion oder Verletzung.

Mitteilung der britischen Arzneimittelbehörde: Denosumab: reports of osteonecrosis of the external auditory canal

 

Cholestatische Leberschäden unter Ketamin (Ketalar® u.a.)

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 10. Juli 2017

Die französische Arzneimittelbehörde hat seit 2014 zehn Meldungen zu cholestatischen Leberschäden erhalten, die unter einer Behandlung mit Ketamin aufgetreten sind und in vier Fällen in einer Lebertransplantation endeten. Alle betroffenen Personen hatten Ketamin über längere Zeit oder in sehr hoher Dosis bekommen, wie es zur Behandlung schwerster Schmerzen (z.B. bei Verbrennungen) eingesetzt wird.

Französischer «Dear Doctor Letter»: Kétamine: risque d’atteintes hépatiques graves lors d’utilisations prolongées et/ou à doses élevées

 

Blutungen und Rhabdomyolysen unter Cobimetinib (Cottelic®)

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 12. Juli 2017

Cobimetinib – ein Kinasehemmer, der in Kombination mit Vemurafenib (Zelboraf®) bei fortgeschrittenen Melanomen verwendet wird – kann schwere, zum Beispiel intrakranielle oder gastrointestinale Blutungen verursachen, was insbesondere bei Personen mit erhöhtem Blutungsrisiko zu beachten ist. Ausserdem sind unter Cobimetinib CK-Erhöhungen und Rhabdomyolysen beobachtet worden, weshalb bei Cobimetinib-Behandelten eine regelmässige Kontrolle der CK-Aktivität empfohlen sind.

Deutscher «Rote-Hand-Brief»: Risiko von Blutungen und Rhabdomyolyse und neue Empfehlungen zu Dosisanpassungen bei Anwendung von Cobimetinib

Kurzübersicht zu Cobimetinib: Cobimetinib for metastatic melanoma

 

Fluorochinolone und Karpaltunnelsyndrom

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 13. Juli 2017

Fluorochinolone können verschiedene, den Bewegungsapparat oder das Nervensytem betreffende Probleme verursachen. Gemäss einer aktuellen Fall-Kontroll-Studie gehört auch ein Karpaltunnelsyndrom dazu: In der Fallgruppe – Leute mit einem Karpaltunnelsyndrom – waren in den 12 Monaten, die der Karpaltunnelsyndrom-Diagnose vorausgingen, signifikant häufiger Fluorochinolone verwendet worden als in der Kontrollgruppe, was sich als Erhöhung des relativen Risikos auf 1,34 (95% CI 1,31–1,37) ausdrückte.

Kurzform der Studie aus «Clinical Infectious Diseases»: Fluoroquinolone Use and Risk of Carpal Tunnel Syndrome: A Pharmacoepidemiologic Study

 

Fördern Statine das Risiko einer Parkinsonerkrankung?

Verfasst von:
Datum: 17. Juli 2017

Das Ergebnis einer Fall-Kontroll-Studie lässt vermuten, dass Statine das Risiko einer Parkinsonerkrankung erhöhen: Bei Leuten mit der Diagnose eines Morbus Parkinson waren häufiger Statine verwendet worden als in der Kontrollgruppe; für lipophile Statine wie z.B. Simvastatin (Zocor® u.a.) oder Atorvastatin (Sortis® u.a.) war der Unterschied signifikant (OR 1,58 [95% CI 1,33–1,89]), während bei den hydrophilen Statinen wie z.B. Pravastatin (Selipran® u.a.) oder Rosuvastatin (Crestor® u.a.) die Signifikanzschwelle nicht erreicht wurde (OR 1,19 [0,88–1,61]).

Kurzform der Studie aus «Movement Disorders»: Statins May Facilitate Parkinson’s Disease: Insight Gained From a Large, National Claims Database

 

Gliptine (Dipeptidylpeptidase-4-Hemmer) unter der Lupe

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 18. Juli 2017

Eine aktuelle Übersicht räumt den Gliptinen für die Behandlung eines Typ-2-Diabetes keinen Zusatznutzen ein und empfiehlt diese Substanzen – wegen des nicht definierten Nutzen-Risiko-Verhältnisses – nicht zur breiten Anwendung. Diese Einschätzung beruht darauf, dass Endpunktstudien bislang keinen Vorteil für Gliptine zeigten, dass sie möglicherweise das Risiko einer Herzinsuffizienz steigern und dass nach wie vor unklar ist, ob sie Pankreaserkrankungen begünstigen. Nicht zuletzt sei die Dipeptidylpeptidase-4 ein ubiquitär vorkommendes Enzym, dessen Hemmung das Potential für mannigfache andere Nebenwirkungen in sich trage.

Volltext der Übersicht aus «Arzneiverordnung in der Praxis»: Unerwünschte Wirkungen von DPP-4-Inhibitoren

«pharma-kritik»-Nummer (nur mit Abonnement/Passwort zugänglich): Neuere Antidiabetika im Vergleich

 

Plättchenhemmer bei essentieller Thrombozythämie schlecht dokumentiert

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 19. Juli 2017

In einer systematischen Übersicht wurde untersucht, ob eine Behandlung mit Plättchenhemmern wie Acetylsalicylsäure (Aspirin® u.a.) bei essentieller Thrombozythämie das Risiko von thromboembolischen Komplikationen senkt. Indessen liessen sich zu dieser Fragestellung keine randomisierten Studien finden. Die vorhandenen, unkontrollierten Studien liefern widersprüchliche und wenig genaue Daten, so dass es sehr unsicher bleibt, ob Plättchenhemmer das Thromboembolie-Risiko vermindern. Ebenso lässt sich keine fundierte Aussage darüber machen, ob sie bei essentieller Thrombozythämie vermehrt Blutungen verursachen.

Kurzform der systematischen Übersicht aus «Annals of Internal Medicine»: Benefits and Risks of Antithrombotic Therapy in Essential Thrombocythemia: A Systematic Review

 

Leberschäden unter Daclizumab (Zinbryta®)

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 20. Juli 2017

Daclizumab ist ein monoklonaler Antikörper zur Behandlung bei schubförmiger multipler Sklerose. Nachdem bei mehreren Patienten und Patientinnen unter Daclizumab schwere Leberschäden aufgetreten sind, wobei es sich in einem Fall um ein fulminantes Leberversagen handelte, soll Daclizumab nur noch eingesetzt werden, wenn sich andere Medikamente als ungeeignet erweisen. Ausserdem soll man auf Daclizumab verzichten, wenn bereits eine Lebererkrankung oder noch eine andere Autoimmunerkrankung besteht.

Mitteilung der britischen Arzneimittelbehörde: Daclizumab and risk of severe liver injury: initiation in multiple sclerosis now restricted, promptly review patients already on treatment

 
Juli 2017
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