bad drug news

Januar 2016

Nitrofurantoin: Kontraindiziert bei verminderter Nierenfunktion

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 4. Januar 2016

Ein Artikel im neuseeländischen «Prescriber Update» erinnert daran, dass Nitrofurantoin (Furadantin®, Uvamin®) – das zum Teil wieder vermehrt zur Behandlung von unkomplizierten Harnwegsinfekten propagiert wird – bei einer Kreatinin-Clearance unter 60 ml/min kontraindiziert ist. Bei eingeschränkter Nierenfunktion sinkt die Konzentration in den ableitenden Harnwegen und steigt sie im Plasma – was eine verminderte Wirksamkeit und ein erhöhtes Nebenwirkungsrisiko bedeutet.
Nebenwirkungen betreffen am häufigsten Lunge und Atemwege, den Magen-Darm-Trakt, die Haut und das Nervensystem. Bei längerem Gebrauch fallen auch hepatische Reaktionen ins Gewicht.

Artikel aus dem «Prescriber Update»: Nitrofurantoin – Not Suitable In Renal Impairment

 

Finasterid und Suizidalität

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 8. Januar 2016

Der kanadischen Arzneimittelbehörde liegen mehrere Meldungen zu Männern vor, die unter einer Behandlung mit Finasterid an Suizidgedanken litten oder einen Suizidversuch verübten. Ähnliche Fälle seien auch in der Literatur beschrieben. Betroffen waren sowohl Männer, die Finasterid in niedriger Dosis gegen Haarausfall einsetzten (Propecia® u.a., 1 mg/Tag), als auch solche, die das Mittel in der höheren Dosis zur Behandlung einer Prostatahyperplasie erhalten hatten (Proscar® u.a., 5 mg/Tag).

Mitteilung aus «Health Product InfoWatch»: Finasteride and suicidality

Frühere BDN-Texte zu Finasterid:
Brustkrebs unter Finasterid
5-α-Reduktasehemmer fördern «aggressive» Prostatakarzinome
Finasterid (Proscar® u.a.) zur Prostatakrebs-Prophylaxe: Keine Mortalitätssenkung

 

Mycophenolsäure (CellCept® u.a.): Hohe Teratogenität

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 21. Januar 2016

Kürzlich haben verschiedene Arzneimittelbehörden daran erinnert, dass Mycophenolsäure eine stark teratogene Wirkung besitzt. So zeigen die Daten, dass bei Frauen, die in der Schwangerschaft unter einer Behandlung mit Mycophenolsäure standen, einerseits sehr häufig Spontanaborte auftraten (in fast der Hälfte aller Fälle), andererseits viele der lebenden Neugeborenen Missbildungen jeglicher Art aufwiesen (in rund einem Viertel aller Fälle). Deshalb darf Mycophenolsäure nur unter entsprechenden Vorsichtsmassnahmen eingesetzt werden (vor Therapiebeginn Ausschluss einer Schwangerschaft; unter einer Therapie Kontrazeption bei Frauen und Verwendung von Kondomen bei Männern).

Mitteilung der britischen «Medicines and Healthcare products Regulatory Agency»: Mycophenolate mofetil, mycophenolic acid: new pregnancy-prevention advice for women and men

Früherer BDN-Text zu Mycophenolsäure: Mycophenolsäure (CellCept®, Myfortic®): Progressive multifokale Leukoenzephalopathie und Teratogenität

 

Ranolazin (Ranexa®): Keine Verbesserung der Prognose nach ungenügender Revaskularisation

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 27. Januar 2016

Nach einer Koronarangioplastie sind in einer nicht unbeträchtlichen Zahl der Fälle weiterhin Stenosen vorhanden, die zu ischämischen Symptomen führen. In einer placebokontrollierten Doppelblindstudie wurde untersucht, ob in dieser Population die Verabreichung von Ranolazin (max. 2-mal 1000 mg/Tag) prognoseverbessernd wirkt. Beim primären Endpunkt – das Auftreten einer koronaren Ischämie, die eine erneute Koronarangioplastie oder zumindest eine Hospitalisation errforderte – fand sich nach einer Beobachtungszeit von rund 1¾ Jahren (Medianwert) zwischen Ranolazin- und Placebo-Gruppe indessen kein signifikanter Unterschied («Hazard Ratio» 0,95 [95% CI 0,82–1,10]).

Kurzfassung der Studie aus dem «Lancet»: Ranolazine in patients with incomplete revascularisation after percutaneous coronary intervention (RIVER-PCI): a multicentre, randomised, double-blind, placebo-controlled trial

«pharma-kritik»-Text: Ranolazin

 
Januar 2016
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