bad drug news

April 2011

Darminvagination bei Rotavirus-Impfstoffen

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 6. April 2011

Die australische Arzneimittelbehörde hat vorläufige Ergebnisse von zwei «Postmarketing»-Studien veröffentlicht, die gezeigt haben, dass die beiden in Australien verwendeten Rotavirus-Impfstoffe – darunter auch der als Rotarix® in der Schweiz erhältliche – das Risiko einer Darminvagination erhöhen: bei Säuglingen, die einen Rotavirus-Impfstoff bekommen hatten, trat diese Komplikation ungefähr viermal häufiger auf als bei Nichtgeimpften. Schon der allererste Rotavirus-Impfstoff, der – in den USA – auf den Markt gekommen war, hatte 1999 wegen dieses Problems zurückgezogen werden müssen.

Zusammenfassung der australischen Arzneimittelbehörde

Kommentar von Swissmedic

«pharma-kritik»-Text zum Rotavirus-Impfstoff (nur mit Abonnement/Passwort zugänglich)

Früherer BDN-Text zum Rotavirus-Impfstoff:
Monovalenter Rotavirus-Impfstoff (Rotarix®) wird vorübergehend zurückgezogen

 

Lenalidomid (Revlimid®): Erhöhtes Risiko von Zweittumoren?

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 13. April 2011

Lenalidomid ist ein Thalidomid-Derivat, das zur Behandlung des multiplen Myeloms verwendet wird (in den USA ist es zudem für gewisse Formen des myelodysplastischen Syndroms zugelassen). Wie von verschiedenen Stellen mitgeteilt wurde, weisen vorläufige Studienergebnisse darauf hin, dass mit Lenalidomid Behandelte häufiger an Zweittumoren erkranken; namentlich handelt es sich um akute myeloische Leukämien und um B-Zell-Lymphome. Die vorliegenden Daten werden nun genauer ausgewertet, bevor eine definitive Empfehlung formuliert wird. Auch bei Thalidomid soll die Sachlage überprüft werden.

FDA-Mitteilung

«Dear Doctor Letter», der in Deutschland verschickt wurde 

«pharma-kritik»-Text mit einem Abschnitt zu Lenalidomid (nur mit Abonnement/Passwort zugänglich)

Übersichtsartikel zu Lenalidomid aus «Clinical Journal of Oncology Nursing»

 

T-Zell-Lymphome unter TNF-α-Hemmern und anderen Immunsuppressiva

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 20. April 2011

Die FDA hat eine erneute Warnung publiziert, mit der auf die Gefahr von T-Zell-Lymphomen hingewiesen wird, die unter TNF-α-Hemmern (Infliximab = Remicade®, Etancercept = Enbrel®, Adalimumab = Humira®, Certolizumab = Cimzia®, Golimumab = Simponi®) und anderen Immunsuppressiva wie Azathioprin (Imurek® u.a.) und Mercaptopurin (Puri-Nethol®) erhöht sei. Der aktuelle Bericht bezieht sich namentlich auf das sogenannte hepatosplenische T-Zell-Lymphom, ein rasch wachsender und meist tödlicher Tumor, der bei Personen beobachtet wurde, die solche Immunsuppressiva bekommen hatten. Bei den Betroffenen handelte es sich mehrheitlich um Jugendliche oder junge Erwachsene, die wegen einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung behandelt worden waren.

FDA-Mitteilung

Frühere BDN-Texte zu TNF-α-Hemmern:
Opportunistische Infekte und Herzinsuffizienz unter Infliximab (Remicade®)
Demyelinisierung als Nebenwirkung der TNF-α-Hemmer Etanercept (Enbrel®) und Infliximab (Remicade®)? Lymphoproliferative Erkrankungen unter Etanercept (Enbrel®) und Infliximab (Remicade®)
Infliximab (Remicade®): Packungsbeilage mit neuen Nebenwirkungen aktualisiert
Weitere Warnhinweise zu Infliximab (Remicade®)

 

Erhöhtes Thromboserisiko unter Drospirenon

Verfasst von: Etzel Gysling
Datum: 23. April 2011

Wir haben schon wiederholt darauf hingewiesen, dass das Thromboembolie-Risiko unter Drospirenon-haltigen Kontrazeptiva (Yasmin®, Yasminelle®, Yaz®) wahrscheinlich höher ist als unter Levonorgestrel-haltigen Kontrazeptiva. Zwei neue Fall-Kontrollstudien, die eine aus Grossbritannien, die andere aus den USA, bestätigen jetzt ein zwei- bis dreifach erhöhtes Risiko venöser Thromboembolien unter Drospirenon-haltigen Kontrazeptiva.

Studie aus Grossbritannien (Volltext im BMJ)
Studie aus den USA (Volltext im BMJ)

Frühere Hinweise auf unserer Website:
Thromboembolische Ereignisse unter Kontrazeptiva (2009, für AbonnentInnen)
Thromboembolien unter Drospirenon/Yasmin (2003)


 
April 2011
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