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 bad drug news

Juli 2005

Nicht-steroidale Entzündungshemmer (NSAID) können offenbar zu akutem Harnblasenverhalten beitragen

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 30. Juli 2005

In einer holländischen Fall-Kontroll-Studie wurden 536 Männer mit akutem, einen Katheter erfordernden Harnblasenverhalten einer Kontrollgruppe gegenübergestellt. Erwartungsgemäss fanden sich in der Fallgruppe deutlich mehr Männer, die Prostataleiden, Harnwegsinfekte oder neurologische Erkrankungen aufwiesen oder die zum Beispiel unter Opioiden standen. Ein erhöhtes Risiko für ein Harnblasenverhalten beobachtete man aber auch bei denjenigen, die NSAIDs einnahmen oder bis kurz zuvor eingenommen hatten; in Bezug auf andere Risikofaktoren korrigiert ergab sich eine «Odds Ratio» (OR) von 2. Der Zusammenhang liegt vermutlich darin, dass durch NSAIDs auch Funktionen der Prostaglandine gehemmt werden, welche diese im Urogenitaltrakt ausüben. Abstract der Studie aus "Archives of Internal Medicine"

 

Hepatotoxizität der Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa)

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 22. Juli 2005

Extrakte der Traubensilberkerze - in der Schweiz sind mehrere Präparate im Handel - werden zur Behandlung klimakterischer Beschwerden empfohlen. Sowohl die britischen wie kanadischen Arzneimittelbehörden haben nun auf eine mögliche Hepatotoxizität hingewiesen. In Grossbritannien sind mindestens 20 Fälle von Leberschäden bekannt, die sich während der Einnahme von Traubensilberkerzen-Präparaten ereigneten. Das Spektrum reichte von reversiblen Leberenzymveränderungen bis zum Leberversagen.

Mitteilungen der britischen und kanadischen Arzneimittelbehörden:

http://www.hc-sc.gc.ca/hpfb-dgpsa/tpd-dpt/carn-bcei_v15n3_e.html#2
http://medicines.mhra.gov.uk/ourwork/licensingmeds/herbalmeds/herbalsafety.htm#black

Übersichten zu Traubensilberkerzen-Extrakten ("pharma-kritik"-Nummer nur mit Abonnement/Passwort zugänglich):

http://www.infomed.org/pharma-kritik/abo/pk07a-04.html
http://www.aafp.org/afp/20030701/114.html

 

 

Anagrelid (Xagrid®) ist bei essentieller Thrombozythämie weniger wirksam als Hydroxycarbamid (Litalir®)

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 8. Juli 2005

Anagrelid, ein neues Medikament, das die Megakaryozyten-Reifung hemmt, wird zur Behandlung der essentiellen Thrombozythämie empfohlen. Eine soeben publizierte Studie lässt allerdings vermuten, dass es der – im Übrigen auch weitaus billigeren – Referenzsubstanz Hydroxycarbamid (Hydroxyharnstoff) unterlegen ist: Über 800 Personen mit essentieller Thrombozythämie, bei denen aufgrund einer hohen Thrombozytenzahl (über 1 Million/µl) und weiterer Kriterien ein hohes Risiko für ein vaskuläres Ereignis bestand, erhielten neben niedrigdosierter Acetylsalicylsäure entweder Anagrelid oder Hydroxycarbamid. Nach einer medianen Beobachtungszeit von mehr als 3 Jahren hatten – bei vergleichbarer Reduktion der Thrombozytenzahl – in der Anagrelid-Gruppe 14%, in der Hydroxycarbamid-Gruppe dagegen nur 9% der Behandelten eine arterielle oder venöse Thrombose oder eine ernsthafte Blutung erlitten. Unter Anagrelid war auch signifikant häufiger eine Transformation in eine Osteomyelofibrose aufgetreten. Abstract der Studie aus dem "New England Journal of Medicine":
http://content.nejm.org/cgi/content/short/353/1/33

 
Juli 2005
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