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 bad drug news

März 2004

Schäbige Qualität von Medikamentenwerbung

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 30. März 2004

Das Institut für evidenzbasierte Medizin in Köln hat den Inhalt von 175 medizinischen Werbeprospekten untersucht. In lediglich 28% der Broschüren waren die Aussagen so mit Literaturangaben belegt, dass sie sich via Originalarbeit überprüfen liessen. In den übrigen Prospekten fehlten Referenzen oder bezogen sich auf nicht zugängliche Informationen. Auch in denjenigen Prospekten, in denen brauchbare Referenzen genannt wurden, stimmten die medizinischen Aussagen nur in den wenigsten Fällen mit den Resultaten der Originalarbeit überein; so wurden Inhalte der Originalarbeit direkt falsch wiedergegeben, wesentliche Aspekte unterschlagen oder in der Originalarbeit nicht auffindbare Aussagen zitiert. Dies äusserte sich darin, dass Nebenwirkungen verschwiegen wurden, dass Wirkungen übertrieben wurden bzw. für Patientengruppen angegeben wurden, die gar nicht zu den untersuchten Kollektiven gezählt hatten, oder dass Daten von Tierversuchen und Humanstudien miteinander vermischt wurden. Volltext der Untersuchung aus "arznei-telegramm":
http://www.di-em.de/data/at_2004_35_21.pdf

 

Bekannte und neue Probleme von HIV-Mitteln

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 19. März 2004

Eine vor einigen Monaten im "New England Journal of Medicine" publizierte Beobachtungsstudie ergab, dass unter einer antiretroviralen Kombinationstherapie das Risiko eines Myokardinfarktes ansteigt, und zwar um 26% pro Behandlungsjahr (im Zeitraum der ersten vier bis sechs Behandlungsjahren). Absolut gesehen war die Infarkthäufigkeit mit einer Inzidenz von 3,5 pro 1000 allerdings gering.

Abstract der Studie:
http://content.nejm.org/cgi/content/abstract/349/21/1993

Arzneimittelbehörden und Herstellerfirma haben darauf aufmerksam gemacht, dass Nevirapin (Viramune®) – ein nicht-nukleosidaler Reverse-Transkriptase-Hemmer, der unter anderem eingesetzt wird, um HIV-Übertragungen auf Neugeborene zu verhindern – schwere, unter Umständen lebensbedrohende Leberschäden auslösen kann. Bei den Betroffenen entwickelte sich oft auch ein Hautausschlag. Besonders gefährdet scheinen Frauen sowie Personen zu sein, bei denen die Zahl der CD4-Zellen über 250/µl liegt.

Amerikanischer "Dear Doctor Letter" und Information von Swissmedic:
http://www.fda.gov/medwatch/SAFETY/2004/viramune_deardoc_Feb04.pdf
http://www.swissmedic.ch/de/fach/overall.asp?theme=0.00086.00001.00001&theme_id=923&news_id=4011&page=1

 

Women's Health: auch Östrogen-Monotherapie gestoppt

Verfasst von: Etzel Gysling
Datum: 5. März 2004

Die Studienleitung der Women’s Health Initiative hat im Februar 2004 beschlossen, auch den Studienarm, in welchem eine Östrogen-Monotherapie (Premarin®) gegen Placebo getestet wurde, vorzeitig abzubrechen. Einzelheiten der Ergebnisse sind noch nicht bekannt. Aber: Fälle von Brustkrebs und kardiale Ereignisse waren unter Östrogenen weder häufiger noch seltener als unter Placebo, Schlaganfälle waren dagegen häufiger unter der Hormontherapie. Es scheint zudem, dass unter Hormonen häufiger kognitive Probleme und Demenzen auftraten.

Text der offiziellen Meldung „NIH asks participants in Women’s Health Initiative Estrogen-Alone Study to stop study pills, begin follow-up phase”:
http://www.nlm.nih.gov/databases/alerts/estrogen_alone.html


 
März 2004
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