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 bad drug news

November 2003

Erythropoietin ist bei Krebskranken nicht immer von Vorteil

Autor(in): Urspeter Masche
Datum: 7. November 2003

Erythropoietin wird bei Krebskranken propagiert, um eine Anämie zu korrigieren und die Lebensqualität zu verbessern. Dass dies mit Einschränkungen zu betrachten ist, zeigt eine kürzlich im "Lancet" veröffentlichte Doppelblindstudie. 351 Personen, die wegen eines fortgeschrittenen Plattenepithelkarzinoms in Mundhöhle, Pharynx oder Larynx bestrahlt wurden und eine Anämie aufwiesen, erhielten während der Radiotherapie entweder Epoetin beta (Recormon®, 3mal 300 E/kg/Woche subkutan) oder Placebo, und zwar solange, bis sich der Hämoglobinwert normalisiert hatte. Erwartungsgemäss liess sich die Anämie mit Erythropoietin erfolgreicher behandeln als mit Placebo. Aber unter Erythropoietin waren das Intervall, bis ein Lokalrezidiv auftrat, und die Überlebenszeit signifikant kürzer als unter Placebo. Erythropoietin scheint sich auf die Tumorkontrolle negativ auswirken zu können, zum Beispiel dadurch zu erklären, dass es gewissen Tumorzellen als Wachtumsfaktor dient.

Abstract der Studie aus dem "Lancet":
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&db=PubMed&list_uids=14575968&dopt=Abstract

Übersicht zur Anwendung von Erythropoietin bei nicht-urämischen Patient(inn)en:
http://www.bloodjournal.org/cgi/content/full/89/12/4248

Frühere BDN-Texte zu Erythropoietin:
http://www.infomed.org/bad-drug-news/bdn54.html
http://www.infomed.ch/bad-drug-news/bdn78.html

 

Methylxanthine haben keinen Platz bei exazerbierter chronisch-obstruktiver Lungenkrankheit

Autor(in): Urspeter Masche
Datum: 24. November 2003

Eine Metaanalyse der Cochrane-Gruppe kommt zum Schluss, dass Theophyllin und Aminophyllin bei einer Exazerbation einer chronisch-obstruktiven Lungenkrankheit (COPD) keinen Nutzen bringen. Vier Studien waren zusammengefasst worden, in denen bei einer akuten COPD-Verschlechterung neben der üblichen Therapie (inhalierte Bronchodilatantien, Steroide, Antibiotika) entweder ein Methylxanthin oder Placebo verabreicht wurde. Dabei liessen sich in Bezug auf Lungenfunktion, Symptome sowie Hospitalisations- und Rückfallrate keine signifikanten Unterschiede erkennen. Dagegen litten die Methylxanthin-Behandelten deutlich mehr an Nebenwirkungen, vor allem an Übelkeit und Erbrechen.

Metaanalyse im "British Medical Journal":
http://bmj.bmjjournals.com/cgi/content/full/327/7416/643

"pharma-kritik"-Nummer und andere Übersichten zur Behandlung der chronisch-obstruktiven Lungenkrankheit:
http://www.infomed.org/pharma-kritik/pk12a-99.html
http://www.aafp.org/afp/20010815/603.html
http://www.ewjm.com/cgi/content/full/175/3/197

 

Cranberries und orale Antikoagulantien: eine potentiell gefährliche Kombination

Autor(in): Urspeter Masche
Datum: 14. November 2003

Den aus Nordamerika stammenden Cranberries werden wie den nahe verwandten Preiselbeeren verschiedenartige gesundheitsfördernde Wirkungen zugeschrieben, zum Beispiel dass sie gegen Blasenentzündungen helfen sollen. In der letzten Ausgabe von "Current Problems in Pharmacovigilance" wird über fünf mit Warfarin behandelte Personen berichtet, bei denen es zu einem Anstieg des INR-Wertes kam, nachdem sie Cranberry-Saft zu trinken begonnen hatten. Bei einer dieser Personen führten schwere Blutungen zum Tod. Cranberries enthalten Flavonoide, die das Zytochrom-P450-System hemmen können. Bei den geschilderten Fällen scheint es sich um eine Hemmung von CYP2C9 zu handeln, das beim Abbau von Warfarin und anderen oralen Antikoagulantien eine wichtige Rolle spielt. Leuten, die orale Antikoagulantien nehmen müssen, soll man deshalb empfehlen, den Konsum von Cranberry-Saft zu limitieren.

September-Ausgabe von "Current Problems in Pharmacovigilance" (PDF-File, "Acrobat Reader" nötig):
http://www.mca.gov.uk/ourwork/monitorsafequalmed/currentproblems/cpsept2003.pdf

Informationen zur Wirkung von Cranberry-Produkten bei Harnwegsinfektionen:
http://www.jfponline.com/content/2003/02/jfp_0203_00154.asp

 

 
November 2003
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