bad drug news

Juli 2000

Begünstigen Kalziumantagonisten gastrointestinale Blutungen?

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 18. Juli 2000

Kalziumantagonisten haben eine gefässerweiternde Wirkung und können - wie man aus experimentellen Studien weiss - die Thrombozytenaggregation hemmen. In einer Fall-Kontroll-Studie wurde untersucht, ob unter Kalziumantagonisten das Risiko für gastrointestinale Blutungen zunimmt. Als Fälle dienten 174 Personen, die wegen einer arteriellen Hypertonie mit einem Kalziumantagonisten, ACE-Hemmer oder Betablocker behandelt wurden und eine gastrointestinale Blutung erlitten hatten. Die Kontrollgruppe umfasste 771 vergleichbare Hypertoniekranke ohne Blutungsereignis. Gegenüber Betablockern war das relative Risiko (RR) für eine gastrointestinale Blutung bei den Kalziumantagonisten mehr als 2mal und signifikant höher; bei den ACE-Hemmern errechnete man ein RR von 1,2 (nicht signifikant). Zwischen den einzelnen Kalziumantagonisten ergaben sich keine wesentlichen Unterschiede. Es schien, dass die Kalziumantagonisten Blutungen im unteren Gastrointestinaltrakt mehr fördern als im oberen. Allerdings braucht es weitere, prospektiv erhobene Daten, um den Zusammenhang zwischen Kalziumantagonisten und Magen-Darm-Blutungen genauer abzuklären.

Volltext der Fall-Kontroll-Studie aus den «Archives of Internal Medicine»: http://archinte.ama-assn.org/issues/v160n12/full/ioi90607.html

 

Keine Reduktion des Herzinfarktrisikos unter Bezafibrat (Cedur®)

Verfasst von:
Datum: 7. Juli 2000

In der Zeitschrift «Circulation» sind die Ergebnisse einer Doppelblindstudie erschienen, in der 3090 Personen mit koronarer Herzkrankheit entweder Bezafibrat (400 mg/Tag) oder Placebo erhalten hatten. Im Detail handelte es sich um Leute, die Angina pectoris angaben oder einen Herzinfarkt erlitten hatten und die folgendes Lipidprofil aufwiesen: einen Cholesterinspiegel zwischen 4,7 und 6,5 mmol/l, HDL-und LDL-Fraktionen unter 1,2 bzw. 4,7 mmol/l und einen Triglyzeridspiegel unter 3,4 mmol/l. Nach einer medianen Beobachtungszeit von 6,2 Jahren war die Häufigkeit von Myokardinfarkten oder plötzlichen Todesfällen in beiden Gruppen praktisch gleich (Bezafibratgruppe = 13,6%, Placebogruppe = 15,0%); auch die Gesamtmortalität unterschied sich nicht. Einzig bei Patienten und Patientinnen, bei denen zu Studienbeginn ein Triglyzeridspiegel von über 2,3 mmol/l gemessen worden war, zeigte sich Bezafibrat gemäss einer nachträglich durchgeführten Analyse als überlegen.

Abstract aus «Circulation»: http://circ.ahajournals.org/cgi/content/abstract/102/1/21

Allgemeine Informationen/Richtlinien zur Behandlung von Hyperlipidämien: http://www.prodigy.nhs.uk/guidance/CRs/Hyperlipidaemia+CHD,PVD,stroke.htm

 
Juli 2000
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