Weniger Schenkelhalsfrakturen unter Thiaziden

  • k -- Schoofs MW, van der Klift M, Hofman A et al. Thiazide diuretics and the risk for hip fracture. Ann Intern Med 2003 (16. September); 139: 476-82 [Link]
  • Zusammengefasst von: Peter Ritzmann
  • infomed screen Jahrgang 8 (2004) , Nummer 1
    Datum der Ausgabe: Januar 2004

Es ist bekannt, dass Thiazide wie Hydrochlorothiazd (Esidrex®) und das thiazidähnliche Chlortalidon (Hygroton®) über eine verminderte Kalzium-Ausscheidung den Knochenabbau verlangsamen können. In der «Rotterdam Study» wurde die über 55jährige Bevölkerung eines Rotterdamer Stadtteils während mehreren Jahre beobachtet. In der vorliegenden Teilstudie wurde untersucht, ob sich eine Korrelation zwischen Thiazideinnahme und dem Risiko für eine erste Schenkelhalsfraktur finden lässt.
Über 7'000 Personen wurden über gut 8 Jahre beobachtet, in dieser Zeit erlitten 281 Personen (3,6%) eine erste Schenkelhals- bzw. eine per- oder subtrochantäre Femurfraktur. Nach Korrektur gemäss Alter, Geschlecht, Rauchen und anderen Faktoren fand sich ein signifikant niedrigeres Frakturrisiko für diejenigen, die seit mindestens einem Jahr mit einem Thiazid behandelt worden waren im Vergleich zu denen, die nie mit einem Thiazid behandelt worden waren («hazard ratio» 0,46). Nicht vermindert war das Risiko bei denen, die mindestens 4 Monate vor Beginn der Studie mit dem Thiazid aufgehört hatten.
Die Studie unterstützt die These, dass Thiazide den Verlauf einer Osteoporose günstig beeinflussen. Leider gibt es weiterhin keine randomisierten Studien zu dieser Frage.

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Weniger Schenkelhalsfrakturen unter Thiaziden (Januar 2004)