Kein Hormonersatz nach Brustkrebs!

  • r -- Holmberg L, Anderson H. HABITS (hormonal replacement therapy after breast cancer - is it safe?), a randomised comparison: trial stopped. Lancet 2004 (7. Februar); 363: 453-5 [Link]
  • Zusammengefasst von: Peter Ritzmann
  • infomed screen Jahrgang 8 (2004) , Nummer 5
    Datum der Ausgabe: Mai 2004

Die Hormonsubstitution nach der Menopause, vor allem mit Östrogen-Gestagen-Kombinationen, erhöht das Brustkrebs-Risiko. Allerdings leiden auch Frauen, die einen Brustkrebs überlebt haben, häufig an Wechseljahr-Beschwerden. In einer skandinavischen Studie wurde erstmals in randomisierter Form untersucht, ob eine zweijährige Hormonersatzbehandlung nach der erfolgreichen Behandlung eines Mammakarzinoms im Stadium I oder II zu verantworten ist. Bei Frauen ohne Uterus wurden Östrogene allein, sonst in Kombination mit Gestagenen verabreicht.

Lange bevor die angestrebte Teilnehmerinnenzahl von 1'300 Frauen erreicht war, musste die Studie gestoppt werden. Gemäss einer Zwischenanalyse waren 26 von 174 Frauen (15%) in der Hormongruppe, dagegen nur 8 von 171 Frauen (5%) in der Kontrollgruppe erneut an Brustkrebs erkrankt (Rezidiv oder Karzinom auf der Gegenseite; «hazard ratio» 3,3; 95% CI 1,5-8,1). Die Untergruppen waren zu klein, um Unterschiede zwischen verschiedenen Hormonersatzbehandlungen aufzeigen zu können.

Auf Grund der aktuellen Studie wurde eine ähnliche Studie abgebrochen, ohne dass ein erhöhtes Rezidivrisiko gefunden worden wäre. Frauen, die ein Mammakarzinom überlebt haben, sollten keine (auch keine zeitlich begrenzte) Hormonersatzbehandlung erhalten.

Zusammengefasst von Peter Ritzmann

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infomed-screen 8 -- No. 5
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Kein Hormonersatz nach Brustkrebs! (Mai 2004)