Erektile Dysfunktion: wehe, wenn die Therapie versagt

  • a -- Tomlinson J, Wright D. Impact of erectile dysfunction and its subsequent treatment with sildenafil: qualitative study. BMJ 2004 (1. Mai); 328: 1037-40 [Link]
  • Zusammengefasst von: Peter Ritzmann
  • infomed screen Jahrgang 8 (2004) , Nummer 7
    Datum der Ausgabe: Juli 2004

Seit der Einführung von Sildenafil (Viagra®) ist sehr viel über die Bedeutung der erektilen Dysfunktion für die Lebensqualität geschrieben worden. Allerdings wurden die Betroffenen selbst bisher nur selten zu ihren Erfahrungen mit einer Therapie befragt. In einer qualitativen Studie wurden 40 Männer, die eine Männersprechstunde aufgesucht hatten, über ihre Gefühle, Erwartungen und Erfahrungen im Zusammenhang mit der erektilen Dysfunktion und der Behandlung befragt.

Alle Befragten gaben an, durch die erektile Dysfunktion erheblich beeinträchtigt worden zu sein, vor allem in ihrem Selbstwertgefühl als Mann. Die Mehrheit hatte auf Grund der Medienberichte übertriebene Erwartungen an eine Behandlung mit Sildenafil. Bei denjenigen, die die Behandlung als Erfolg werteten, verbesserte sich das Wohlbefinden deutlich. Hingegen berichteten diejenigen, bei denen die Therapie versagte, über eine zusätzliche psychische Belastung durch das Erlebnis des Versagens.

Diese interessante Studie wirft ein Schlaglicht auf die andere Seite einer «erfolgreichen Behandlung». Vermutlich denken wir zu selten an die möglichen Konsequenzen eines Therapieversagens für die Betroffenen. Im Falle von Sildenafil hat wahrscheinlich die reisserische Berichterstattung in den Medien einen wesentlichen Anteil an den psychischen Belastungen, denen Behandelte im Falle eines Therapieversagens ausgesetzt sind.

Zusammengefasst von Peter Ritzmann

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infomed-screen 8 -- No. 7
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Erektile Dysfunktion: wehe, wenn die Therapie versagt (Juli 2004)