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Rauchen für Herztodesfälle verantwortlich

m -- Critchley JA, Capewell S. Mortality risk reduction associated with smoking cessation in patients with coronary heart disease: a systematic review. JAMA 2003 (2. Juli); 290: 86-97 [Link]
infomed screen Jahrgang 7 (2003) , Nummer 10
Datum der Ausgabe: Oktober 2003

Studienziele

Rauchende erkranken verglichen mit Nichtrauchenden 1,5- bis 3mal häufiger an einer koronaren Herzkrankheit. Mit dieser Metaanalyse ging man der Frage nach, ob Personen mit einer koronaren Herzkrankheit, welche das Rauchen aufgeben, länger leben und ab welchem Zeitpunkt der Effekt allenfalls zum Tragen kommt.

Methoden

Mit einer systematischen Suche wurden 665 Studien aufgefunden. Von diesen entsprachen 20 prospektive Kohortenstudien allen gestellten Anforderungen. Verlangt wurde eine mindestens 2jährige Studiendauer. Endpunkt der Analyse war die Gesamtmortalität.

Ergebnisse

Insgesamt wurden in den 20 Studien mehr als 12'000 Personen mit der Diagnose einer koronaren Herzkrankheit untersucht. Der Frauenanteil betrug 20%, das Durchschnittsalter etwa 55 Jahre, die Studiendauer lag im Mittel bei 5 Jahren. Knapp die Hälfte der Untersuchten gab das Rauchen auf, als bei ihnen eine koronare Erkrankung festgestellt wurde. Die Gesamtmortalität war bei denen, die aufgehört hatten zu rauchen, um 36% kleiner als bei denen, die weiter geraucht hatten und nichttödlich verlaufende Herzinfarkte traten um 32% seltener auf. Trotz unterschiedlicher Kollektive war die Assoziation in den meisten Studien von ähnlicher Grösse. Wenn nur die sechs besten Studien berücksichtigt wurden, lag die Gesamtmortalität um 29% niedriger. Die Daten erlauben keine Aussage zur Frage, wie rasch mit einem Vorteil gerechnet werden kann, wenn jemand mit Rauchen aufhört.

Schlussfolgerungen

Während einer durchschnittlich 5jährigen Beobachtungszeit starben deutlich weniger Personen mit einer koronaren Herzkrankheit, welche mit Rauchen aufgehört hatten, als solche, die weiter geraucht hatten.

Rauchstopp lohnt sich: Die obige Metaanalyse ergibt eine Risikoreduktion für die Gesamtsterblichkeit zwischen 30 und 40% bei Personen mit einer koronaren Herzkrankheit. Mit welchem Medikament erreichen Sie das zu vergleichbaren Kosten?

 

Standpunkte und Meinungen

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Rauchen für Herztodesfälle verantwortlich (Oktober 2003)
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