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Rascher Knochenverlust nach Absetzen der Östrogene

r -- Greenspan SL, Emkey RD, Bone HG et al. Significant differential effects of alendronate, estrogen, or combination therapy on the rate of bone loss after discontinuation of treatment of postmenopausal osteoporosis. A randomized, doubleblind, placebo-co [Link]
Kommentiert von: Etzel Gysling
infomed screen Jahrgang 7 (2003) , Nummer 3
Datum der Ausgabe: März 2003

Studienziele

Alendronat (Fosamax®) und konjugierte Östrogene (Premarin®) hemmen den Knochenabbau bei postmenopausalen Frauen. In dieser Studie verglich man die Veränderungen der Knochendichte nach Absetzen eines Östrogens, von Alendronat oder der Kombination von beiden.

Methoden

244 hysterektomierte, postmenopausale Frauen (Alter zwischen 44 und 77 Jahren) mit einer niedrigen Knochendichte (T-Score von -2,0 oder niedriger) hatten in einer randomisierten Studie für 2 Jahre täglich entweder 10 mg Alendronat, 0,625 mg konjugierte Östrogene, beides oder Placebo erhalten. Nach dem Zufall wurde im dritten Jahr bei einem Teil die Therapie durch Placebo ersetzt. Verglichen wurde die Veränderung der Knochendichte im dritten Studienjahr.

Ergebnisse

Bei den Frauen, die allein mit Östrogenen behandelt worden waren, nahm die Knochendichte nach Absetzen um 4,5% im Lendenwirbelbereich und um 2,4% am Trochanter ab. In den Gruppen, die Alendronat allein oder in Kombination eingenommen hatten, blieb die Knochendichte nach dem Absetzen ungefähr konstant (Unterschied signifikant). Verglichen mit den Frauen, die über die ganze Zeit Placebo bekommen hatten, war die Knochendichte ein Jahr nach Absetzen der Östrogene noch 2,9% höher. Im Vergleich dazu war die Knochendichte bei den Frauen, die Alendronat erhalten hatten, ein Jahr nach Absetzen gegenüber der Placebogruppe um 7,0% (Lendenwirbel) und um 6,4% (Trochanter) höher.

Schlussfolgerungen.

Die Knochendichte, die während einer 2jährigen Therapie mit Alendronat bzw. in Kombination mit konjugierten Östrogenen bei postmenopausalen Frauen gewonnen wurde, nahm im Jahr nach Therapieabbruch nicht ab. Nach Absetzen der Monotherapie mit konjugierten Östrogenen wurde hingegen ein beschleunigter Knochenabbau festgestellt.

Die Studie, in der die Auswirkungen des Absetzens von «knochenerhaltenden» Medikamenten auf die Knochendichte untersucht wurden, ist bedeutsam. Sie weist uns darauf hin, dass nach dem Absetzen der Östrogene – z.B. wegen der Brustkrebs- oder kardiovaskulären Gefahr – der günstige Effekt auf den Knochen rasch verloren geht. Östrogene können deshalb bei Osteoporose nicht Mittel der Wahl sein.

Etzel Gysling

 

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Rascher Knochenverlust nach Absetzen der Östrogene (März 2003)
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