Brustkrebs: Verkürzte Bestrahlung nach brusterhaltender Operation

  • r -- Whelan T, MacKenzie R, Julian J et al. Randomized trial of breast irradiation schedules after lumpectomy for women with lymph node-negative breast cancer. J Natl Cancer Inst 2002 (15. August); 94: 1143-50 [Link]
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  • infomed screen Jahrgang 6 (2002) , Nummer 11
    Datum der Ausgabe: November 2002

Bei 1234 Frauen mit einem invasiven Mammakarzinom, die brusterhaltend operiert worden waren ("Lumpektomie"), verglich man zwei Nachbestrahlungsschemen. Die erste Gruppe erhielt während 22 Tagen eine Strahlendosis von 42,5 Gy, verabreicht in 16 Fraktionen, die zweite während 35 Tagen eine Dosis von 50 Gy in 25 Fraktionen. Nach einer Beobachtungszeit von fünf Jahren fanden sich zwischen den beiden Gruppen keine Unterschiede. In der ersten Gruppe waren 97,2% der Patientinnen ohne Lokalrezidiv geblieben, in der zweiten 96,8%. Auch hinsichtlich Gesamtmortalität, strahlenbedingten Nebenwirkungen und kosmetischem Resultat waren die zwei Gruppen vergleichbar. Die praktikablere 22-tägige Radiotherapie ist somit als ebenbürtig anzusehen.

Die Nachbestrahlung nach Tumorektomie ist als Standard bei nodal negativen Patientinnen akzeptiert. In dieser Studie wurden nun 2 Modalitäten der Nachbestrahlung verglichen und man kommt zum Schluss, dass auf Grund der lokalen Rückfallrate nach 5 Jahren 42,5 Gy in 16 Fraktionen der traditionellen Dosis von 50 Gy ebenbürtig sind, ganz abgesehen von der besseren Verträglichkeit. Die Frage nach einer zusätzlichen Boost-Bestrahlung auf das Tumorbett bei jüngeren Patientinnen (unter 50 Jahren) wird offen gelassen.

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infomed-screen 6 -- No. 11
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Brustkrebs: Verkürzte Bestrahlung nach brusterhaltender Operation (November 2002)