Prävention von Schenkelhalsfrakturen mit Hüftschutz

  • r -- Kannus P, Parkkari J, Niemi S et al. Prevention of hip fractures in elderly people with use of hip protector. N Engl J Med 2000 (23. November); 343: 1506-13 [Link]
  • Kommentiert von: Andreas E. Stuck
  • infomed screen Jahrgang 5 (2001) , Nummer 2
    Datum der Ausgabe: Februar 2001

Studienziele

Schenkelhalsfrakturen treten vorwiegend bei älteren Menschen auf. In dieser finnischen Studie wurde untersucht, ob solche Frakturen durch einen Hüftschutz, der wie ein ovales Schutzschild über dem Trochanter maior getragen wird, vermieden werden können.

Methoden

Bei den Teilnehmenden handelte es sich um 1’409 Frauen und um 392 Männer, die im Mittel 82jährig waren. Diese Personen hatten alle mindestens einen Grund, weshalb sie eine Schenkelhalsfraktur erleiden könnten, z.B. eine Sturz- oder Frakturanamnese. Ein Drittel der Teilnehmenden wurde angehalten, den Hüftschutz, welcher in einer Spezialhose fixiert wurde, so oft wie möglich zu tragen. Die Übrigen bildeten die Kontrollgruppe ohne Hüftschutz. Die Studie
dauerte ungefähr 2 Jahre. Neben den Schenkelhalsfrakturen wurden auch Becken- und distale Bein- bzw. Armbrüche registriert.

Ergebnisse

Insgesamt konnten die Ergebnisse von 1'801 Personen ausgewertet werden. In der Gruppe mit Hüftschutz waren jährlich 2,1% (n=13), in der Kontrollgruppe 4,6% (n=67) von einer Schenkelhalsfraktur betroffen. Verglichen mit der Kontrollgruppe traten also in der Gruppe mit Hüftschutz 60% weniger Schenkelhalsfrakturen auf. Dabei trugen die Teilnehmenden dieser Gruppe ihren Hüftschutz nur bei 74% der Stürze. Tatsächlich erlitten nur 4 Personen
eine Schenkelhalsfraktur, während sie den Hüftschutz trugen. In der Gruppe mit Hüftschutz sank auch das Risiko einer Beckenfraktur, allerdings statistisch nicht signifikant. Die Anzahl distaler Bein- und Armfrakturen unterschied sich in den beiden Gruppen nicht.

Schlussfolgerungen

Ein über dem Hüftgelenk getragener Schutzschild kann bei alten Menschen eine Schenkelhalsfraktur verhindern.(BW)

Durch Reduktion des Sturzrisikos und Massnahmen gegen Osteoporose kann ein Teil der Hüftfrakturen im Alter vermieden werden. Nur ein Teil. Eine kleine dänische Studie zeigte schon 1995, dass Hüftprotektoren einen zusätzlichen Schutz gegen Frakturen bieten können. Die vorliegende grosse finnische Studie belegt nun, dass über 50% der Hüftfrakturen mit Hüftprotektoren vermieden werden könnten. Trotz dieser hohen Wirksamkeit wird diese Massnahme leider bis heute noch kaum realisiert. Gefordert sind gute Angebote, die von älteren Leuten und vom Pflegepersonal akzeptiert und umgesetzt werden.

Andreas Stuck

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Prävention von Schenkelhalsfrakturen mit Hüftschutz (Februar 2001)