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Erstklassige Informationsquellen

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Zusammengefasst von: Etzel Gysling
infomed screen Jahrgang 20 (2016) , Nummer 1
Datum der Ausgabe: Februar 2016

Auch mehr als zwanzig Jahre nach der allgemeinen Einführung des Internets werden wir immer wieder von Neuerungen und Verbesserungen überrascht. So lohnt es sich, wieder einmal über medizinische Informationsquellen zu berichten.

Ganz neu steht die ganze Cochrane Library kostenlos zur Verfügung (Adresse: http://www.cochranelibrary.com) – von jedem Computer in der Schweiz aus. Dank dem Engagement der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften und mit zusätzlicher finanzieller Unterstützung des Bundesamtes für Gesundheit und weiterer Instanzen verfügen wir nun über denselben «Luxus» wie z.B. die Engländer. Damit nicht genug: eine Kooperation der deutschsprachigen Cochrane-Zentren ermöglicht es, jetzt auch eine Anzahl von Zusammenfassungen in deutscher Sprache zu lesen, nämlich in Cochrane Kompakt (http://www.cochrane.org/de/evidence). (Zusammenfassungen von Cochrane-Arbeiten sind auch in französischer Sprache erhältlich: http://www.cochrane.org/fr/evidence). Dass allerdings die Schlussfolgerungen in der Cochrane Library sehr oft mit der Feststellung enden, sichere Aussagen seien nicht möglich und weitere Studien notwendig, ist nicht die Schuld dieser verdienstvollen Organisation.

Andere Anbieter sind jedoch auch nicht tatenlos. So bietet Google Scholar (https://scholar.com) eine Browser-Erweiterung an («Google Scholar Button»), mit der man direkt aus einer beliebigen Webseite auf passende Referenzen zugreifen kann. Es genügt, wenn man z.B. den Titel eines pharma-kritik-Textes markiert und den «Button» drückt, um auf weitere (in diesem Fall deutschsprachige) Texte zum gleichen Thema zugreifen zu können. Man kann jedoch auch mit Autorennamen oder Angaben zu Zeitschriften suchen; die Fülle der in Google Scholar berücksichtigten Referenzen beeindruckt immer wieder. 

Eine etwas besondere medizinische Suchmaschine heisst SearchMedica (www.searchmedica.com). Bei diesem britischen Angebot wird versucht, nur klinisch bedeutsame Literatur anzubieten («only clinically reputable content for practicing clinicians»). So erhält man weniger Resultate als z.B. in Pubmed, jedoch oft mit direktem Zugang zu den entsprechenden Publikationen.

Auf der Homepage des amerikanischen Angebots SUMSearch (www.sumsearch.org) finden sich zusätzlich medizinische «News». Hier ist originell, dass eine Suche nicht nur mit den bibliographischen Daten oder einem Abstract, sondern mit einer ganz kurzen Zusammenfassung (in einem oder zwei Sätzen) beantwortet wird.

Ist keine überzeugende Literatur auf Deutsch, sondern z.B. nur auf Englisch verfügbar und findet man sich einigermassen «lost in translation», so kann die (verständliche, doch meistens sehr fehlerhafte) Übersetzung via Google Translate (www.translate.google.com) manchmal helfen. Auch dazu wird übrigens eine Browser-Erweiterung («Google Übersetzer») angeboten.

Etzel Gysling 

 

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