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Wireless (kein Passwort nötig)

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Zusammengefasst von: Etzel Gysling
infomed screen Jahrgang 17 (2013) , Nummer 3
Datum der Ausgabe: Juni 2013

Vieles hat sich verändert, seit ich in der Schule gelernt habe, in England bezeichne man das Radio auch als «Wireless». Heute fällt es schwer, eine vollständige Liste der vielen Geräte und Verbindungen aufzustellen, die alle drahtlos funktionieren. Einzelne davon sind auch im ärztlichen Bereich gut etabliert: Sogenannte Schnurlostelefone und eigentliche Mobiltelefone (Natel, Handys) finden sich wohl in jeder Praxis. Weniger augenfällig, aber weitverbreitet sind drahtlose Mäuse und Tastaturen am Computer. Die Übertragung erfolgt vom Sender (am Peripheriegerät) zum Empfänger (meistens an einem USB-Steckplatz am Computer) fast immer mittels Funk; Bluetooth ist eine der möglichen Funktechniken. (Bluetooth kann auch für andere Übertragungen verwendet werden, siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Bluetooth). Seltener wird das Maus- oder Tastatursignal mittels Infrarot-Wellen übertragen. Der Bildschirm wird noch heute mit einem Kabel mit dem Rechner verbunden. Es existieren allerdings Verfahren, die auch eine drahtlose Anbindung des Monitors ermöglichen, was aber eher im häuslichen Bereich (z.B. für die Verwendung des Internets am TV-Bildschirm) in Frage kommt, siehe «Wireless HDMI Round up» (http://goo.gl/fcMcm).

Was jedoch sonst überall fast eine Selbstverständlichkeit geworden ist, das «Wireless Local Area Network» (WLAN, auch als Wi-Fi bezeichnet), ist in der ärztlichen Praxis weitgehend verpönt. Obwohl die verschlüsselte Übertragung nach dem WPA2-Standard eine gute Sicherheit bietet (http://goo.gl/SkVd4), raten die meisten Fachleute davon ab, vertrauliche ärztliche Daten via WLAN abzurufen. Der Aufwand für eine Verkabelung ist in der Regel nicht so gross, dass man Risiken mit heiklen Daten eingehen möchte. (Die Übertragung des Signals via Stromkabel – sogen. PowerLAN oder dLAN – garantiert nicht unbedingt zuverlässiger, dass die Daten nicht «angezapft» werden können.) 

Wer den zusätzlichen Aufwand und die (relativ geringen) Kosten eines zweiten Abos nicht scheut, kann jedoch auch in der Praxis ein WLAN betreiben, das dann «praxisunabhängig» problemlosen Zugang zu Daten im Internet via Smartphone, Tablet oder Notebook ermöglicht. Ich denke, dass dies in der Zukunft zu einer wichtigen Option wird, da wir mehr und mehr Informationen auf kleinen, tragbaren Geräten benutzen werden. Ein WLAN in der Praxis kann natürlich auch Patientinnen und Patienten zur Verfügung gestellt werden und so zur «ubiquitären» Verbreitung des Internets beitragen. Tatsächlich empfehlen sich bereits heute einige Praxen mit dem WLAN-Angebot im Wartezimmer.

Ob wir zukünftig einmal über eine «intelligente» Gesundheitskarte verfügen werden, mit der sich die aktuellen Daten (Berichte, Medikamentenliste u.a.) «im Vorbeigehen» an der Praxisschnittstelle oder auch im Spital usw. aktualisieren lassen,  erscheint zurzeit noch recht unbestimmt. Die notwendige drahtlose Technologie («Near Field Communication», NFC) steht jedenfalls bereits zur Verfügung (siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Near_Field_Communication).

Etzel Gysling 

 

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infomed-screen 17 -- No. 3
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