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Herpes-zoster-Impfstoff bei älteren Personen gut verträglich

r -- Simberkoff MS, Arbeit RD, Johnson GR et al. Safety of herpes zoster vaccine in the shingles prevention study: a randomized trial. Ann Intern Med 2010 (4. Mai); 152: 545-54
Zusammengefasst von: Renato L. Galeazzi
infomed screen Jahrgang 14 (2010) , Nummer 4
Datum der Ausgabe: Juli 2010

Nach einer Gürtelrose persistiert häufig eine schmerzhafte Neuropathie, welche durch eine antivirale Therapie kaum positiv beeinflusst werden kann. Eine sichere und wirksame Impfung wäre daher – besonders für ältere Menschen – von grossem Nutzen. Vom hochdosierten, attenuierten Lebendimpfstoff mit dem OKA/Merck Stamm (Zostavax®) konnte gezeigt werden, dass er eine genügende Immunantwort induzieren und, gerade auch bei älteren Personen, das Auftreten eines Herpes zoster und einer postherpetischen Neuralgie verhindern kann. Da wenig Daten zur Verträglichkeit dieser Impfung vorhanden sind, werden hier die Sicherheitsdaten einer randomisierten Studie präsentiert, in der bei mehr als 38'000 Personen über 60 Jahren der Impfstoff mit Placebo verglichen worden war. Alle Teilnehmenden wurden zu Hautausschlägen und schweren Nebenwirkungen in den ersten 42 Tagen nach der Impfung befragt. Eine Untergruppe von 6'616 Personen, wurde zusätzlich dazu angehalten, in den ersten Tagen Fieber zu messen, die Injektionsstelle genau zu beobachten und sämtliche Nebenwirkungen – insbesondere auch lokale – zu protokollieren.

Bei 24 ungeimpften Personen, aber nur bei sieben geimpften trat in den ersten 42 Tagen ein Herpes zoster auf; in keinem Fall konnte der Impfstamm in den Bläschen nachgewiesen werden. Lokale Nebenwirkungen wie Schmerzen, Schwellung, Rötung oder ein anderer Ausschlag an der Injektionsstelle, waren mit 48% gegenüber 16% in der geimpften Gruppe deutlich häufiger. Andere Nebenwirkungen traten selten auf, nämlich in der gesamten Studienpopulation bei rund 1,4%. Betrachtet man nur die erwähnte Untergruppe mit genauerer Beobachtung, so fand sich nach Placebo bei 1,3%, nach Impfstoff bei 1,9% Nebenwirkungen. Dieser Unterschied ist trotz eines knapp signifikanten p-Wertes kaum relevant («number needed to harm»= 156). In der weiteren Beobachtungszeit von durchschnittlich 3,4 Jahren zeigten sich zwischen Geimpften und Ungeimpften keine Unterschiede in den Raten von schweren Nebenwirkungen, Hospitalisationen und Todesfällen.

Diese grosse Studie wurde in erster Linie durchgeführt, um die Wirksamkeit der Impfung zu belegen – die Resultate dazu wurden an anderer Stelle publiziert.1 Die hier vorgestellte Auswertung der Sicherheitsdaten zeigt, dass zwar die unerwünschten Wirkungen an der Injektionsstelle mit rund 50% sehr hoch sind, dass aber andere Nebenwirkungen kaum ins Gewicht fallen.

Zusammengefasst von Renato L. Galeazzi

1    Levin MJ, Oxman MN, Zhang JH et al. Varicella-zoster virus-specific immune responses in elderly recipients of a herpes zoster vaccine. J Infect Dis 2008 (15. März); 197: 825-35

 

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Herpes-zoster-Impfstoff bei älteren Personen gut verträglich (Juli 2010)
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