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Thyroxin nützt bei Struma wenig

a -- Gharib H, Mazzaferri EL. Thyroxine suppressive therapy in patients with nodular thyroid disease. Ann Intern Med 1998 (1. März); 128: 386-94 [Link]
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infomed screen Jahrgang 2 (1998) , Nummer 4
Datum der Ausgabe: April 1998

Studienziele
In den letzten Jahren werden zur Untersuchung von Schilddrüsenknoten vermehrt die Feinnadelpunktion, die hochauflösende Sonographie und Bestimmungen des Thyroidea-stimulierenden Hormons (TSH) durchgeführt. Ziel dieser Studie war es, mit diesen empfindlichen Methoden die klinische Bedeutung, den Spontanverlauf und insbesondere die Reaktion von Strumaknoten auf eine Therapie mit Thyroxin zu beurteilen. Diese Therapie wird in erster Linie zur Grössenreduktion von kosmetisch oder klinisch störenden Strumaknoten empfohlen. Oft werden so auch Personen nach einer Strumektomie behandelt, um Rezidive zu verhindern.

Methoden
In wichtigen englischsprachigen Zeitschriften wurden Artikel zur Thyroxin-Behandlung identifiziert, die zwischen 1986 und 1996 publiziert wurden. Es wurden Artikel berücksichtigt, in welchen einzelne oder multiple Schilddrüsenknoten nach einer Feinnadelpunktion zytologisch untersucht und anschliessend behandelt wurden. Die Verkleinerung einer Struma oder einzelner Knoten um über 50% wurde als Therapieerfolg gewertet.

Ergebnisse
Zur Differenzierung von benignen und malignen Knoten ist die Feinnadelpunktion mit Zytologie die zuverlässige Untersuchungsmethode. Eine Thyroxin-Behandlung bringt meistens keine Verkleinerung der Knoten. Nur 10-20% der Knoten sprechen auf die Therapie an. Neuere Studien zeigen, dass die Knoten nicht selten spontan kleiner werden oder gar verschwinden. Das Wachstum bestehender oder das Entstehen neuer Knoten wird nicht verhindert. Auch postoperativ eingesetzt verhindert Thyroxin das Entstehen neuer Knoten nicht, ausser nach einer Bestrahlung. Die Thyroxin-Behandlung kann erhebliche Nebenwirkungen auf Herz (Vorhofflimmern, Hypertrophie) und Knochen haben. Bei postmenopausalen Frauen führt eine Thyroxin-Behandlung zu einer deutlichen Verminderung der Knochendichte.

Schlussfolgerungen
Bei Schilddrüsenknoten sollte durch eine Feinnadelbiopsie und Zytologie ein Karzinom ausgeschlossen werden. Benigne Knoten können ohne Thyroxin-Behandlung beobachtet werden. Die meisten bleiben unverändert. Eine Behandlung kann das Neuauftreten von Knoten nicht verhindern. Bei Grössenzunahme sollte die Punktion wiederholt oder der Knoten reseziert werden.

Lange glaubten wir, Schilddrüsenknoten mit Thyroxin «behandeln» zu müssen. Heute drängen wir zuerst auf eine Feinnadelpunktion/Zytologie zum Malignitätsausschluss und wissen, dass wir im Falle eines gutartigen Schilddrüsenknotens mit Thyroxin nur in höchstens 20% eine Verkleinerung erreichen. Ob wir eine Grössenzunahme mit Thyroxin verhindern können, wissen wir noch immer nicht. Es ist aber bekannt, dass suppressive Dosen von Thyroxin über lange Zeit gegeben kardiale Nebenwirkungen haben können und bei postmenopausalen Frauen ohne Östrogensubstitution eine Abnahme der Knochendichte bewirken können. Deshalb: nach Malignitätsausschluss zuerst 1 Jahr lang den Knoten beobachten (klinisch, Sonographie), erst dann eventuell Thyroxin- Therapie – und diese nicht zu hoch dosiert.

Klaus Baumann

 

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Thyroxin nützt bei Struma wenig (April 1998)
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