Amalgam ohne Auswirkungen auf kindliche Entwicklung (Studie 1)

  • r -- DeRouen TA, Martin MD, Leroux BG et al. Neurobehavioral effects of dental amalgam in children: a randomized clinical trial. JAMA 2006 (19. April); 295: 1784-92 [Link]
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  • infomed screen Jahrgang 10 (2006) , Nummer 7
    Datum der Ausgabe: Juli 2006

Studienziele
Zahnfüllungen mit quecksilberhaltigem Amalgam werden seit gut 150 Jahren verwendet. Sie setzen kleine Mengen von Quecksilber-Dämpfen frei und wurden deshalb bei uns weitgehend von Kunststofffüllungen verdrängt. Hohe Quecksilberdosen führen beim Menschen zu zentralnervösen Störungen. In dieser randomisierten Studie wurde untersucht, ob sich bei Kindern mit Amalgamfüllungen negative Auswirkungen auf die neurologische Entwicklung feststellen lassen.

Methoden
In die Studie wurden 507 8- bis 10-jährige portugiesische Kinder mit Karies und ohne bisherige Amalgamexposition aufgenommen. Nach dem Zufallsprinzip wurden die Kinder in zwei Gruppen eingeteilt, bei denen in der Folge für Sanierungen von hinteren Zähnen Amalgam- bzw. Kunststofffüllungen verwendet wurden. Untersucht wurden vor allem diejenigen neurologischen Funktionen, die unter höheren Quecksilberkonzentrationen verändert werden können. Dazu gehören Merkfähigkeit, Aufmerksamkeit, Konzentration und der visuomotorische Bereich (z. B. Zeichnen) sowie die Nervenleitgeschwindigkeit.

Ergebnisse
Die Kinder erhielten im Schnitt während der sieben Jahre dauernden Studienzeit etwa 20 Füllungen. Bei Studienbeginn war die Urin-Quecksilberkonzentration in beiden Gruppen gleich hoch, 5 Jahre später war diese in der Amalgam- Gruppe etwa doppelt so hoch wie in der Kunststoff- Gruppe. Die Ergebnisse der neurologischen Abklärung inkl. Nervenleitgeschwindigkeit unterschieden sich während der Studienzeit statistisch nie signifikant in beiden Gruppen. Während der ersten 4 Jahre erfolgten in beiden Gruppen etwa gleich viele Zahnreparaturen, danach waren sie häufiger in der Kunststoff-Gruppe.

Schlussfolgerungen
Die Urin-Quecksilberkonzentrationen stiegen nach Amalgamfüllungen geringfügig aber signifikant an. Trotzdem traten bei Kindern mit Amalgamfüllungen nicht häufiger neurologische Anomalien oder Veränderungen bei der Nervenleitgeschwindigkeit auf als bei Kindern mit Kunststofffüllungen. Gebisse, die initial mit Amalgam repariert wurden, mussten im weiteren Verlauf weniger häufig saniert werden als nach Kunststofffüllungen.

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infomed-screen 10 -- No. 7
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Amalgam ohne Auswirkungen auf kindliche Entwicklung (Studie 1) (Juli 2006)