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Pharma-Kritik

D-Mannose

Urspeter Masche
pharma-kritik Jahrgang 37, Nummer 12, PK988
Redaktionsschluss: 16. März 2016
DOI: https://doi.org/10.37667/pk.2015.988

Eine Studie lässt annehmen, dass mit D-Mannose, einer Zuckerart, Zystitiden bei Frauen ähnlich gut vorgebeugt werden kann wie mit einer antibiotischen Prophylaxe. Ob es sich wirklich lohnt, dieses relativ kostspielige Mittel einzusetzen, ist noch ungenügend gesichert.

D-Mannose (Femannose®, Hänseler-D-Mannose®) wird zur Prophylaxe von Blasenentzündungen empfohlen.

Chemie/Pharmakologie
Mannose ist ein Monosaccharid mit sechs Kohlenstoffatomen (Hexose). Sie unterscheidet sich strukturell nur minim von Glukose (C2-Epimer von Glukose), und es sind ebenfalls zwei Enantiomere, eine D- und eine L-Form, bekannt. D-Mannose ist in der Natur weitverbreitet und kommt in pflanzlichen Polymeren, in tierischen Glykoproteinen sowie in freier Form zum Beispiel in Früchten (Orangen, Äpfeln, Pfirsichen) oder Beeren (Cranberrys, schwarze Johannisbeeren) vor. L-Mannose kennt man dagegen lediglich als künstliches Syntheseprodukt. Der menschliche Organismus nimmt Mannose entweder über externe Quellen auf oder stellt sie selbst aus anderen Kohlenhydraten her.(1,2) Experimentelle Untersuchungen haben gezeigt, dass sich D-Mannose an die Typ-1-Fimbrien bindet, die an der Oberfläche von E.-coli-Bakterien sitzen; dadurch kann DMannose – sofern in genügend hoher Konzentration vorhanden – die Adhäsion der Bakterien an die Schleimhautepithelien im Harntrakt hemmen.

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