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Pharma-Kritik

Komplexes regionales Schmerzsyndrom (Sudeck-Dystrophie)

Niklaus Löffel
pharma-kritik Jahrgang 37, PK977, Online-Artikel
Redaktionsschluss: 12. Februar 2016
DOI: https://doi.org/10.37667/pk.2015.977

Früher meistens als Sudeck-Dystrophie bezeichnet, ist die Genese dieses Syndroms auch heute nicht wirklich geklärt. Zudem sind die meisten therapeutischen Optionen bisher ungenügend dokumentiert.

 

In der Zeitschrift «Australian Prescriber» wurden die neuesten Erkenntnisse zum sogenannten komplexen regionalen Schmerzsyndrom (KRS, früher meistens als Sudeck-Dystrophie oder als Algodystrophie bezeichnet) in einer Übersicht dargestellt (1). Das Syndrom wurde vor Jahren auch in unserer Zeitschrift besprochen (2). Hier folgt eine Zusammenfassung des Textes aus Australien.   Das KRS ist eine schmerzhafte Erkrankung einer Extremität, die von pathologischen Veränderungen der Haut, des Knochens und der vegetativen, sensiblen und motorischen peripheren Nerven begleitet ist und oft zu Funktionseinschränkungen führt (3). Man kann einen KRS Typ I (Sudeck-Dystrophie) ohne Nervenschädigung von einem KRS Typ II (Kausalgie) mit einer Nervenschädigung in der Anamnese unterscheiden. In der Population einer Schmerzklinik leiden 2-5% der Erwachsenen und 20% der Kinder an einem KRS, wobei Frauen dreieinhalbmal mehr betroffen sind als Männer.

Pathophysiologie
Von den vielen Mechanismen, die zu einem KRS führen sollen, werden entzündliche Prozesse und Veränderungen im Gehirn sowie im sympathischen peripheren und spinalen Nervensystem diskutiert, die durch eine Immobilisierung verstärkt werden. Funktionelle Bildgebungen (z.B. Kernspintomographie) haben eine lokale Verminderung der kortikalen Aktivität, beispielsweise in der Handregion des motorischen Kortex gezeigt, die von entsprechenden neurologischen Symptomen begleitet werden können.

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