Intrakranielle Hypertension durch Antibiotika

  • Autor(en): Urspeter Masche
  • pharma-kritik-Jahrgang 48 , PK1454, Online-Artikel
    Publikationsdatum: 5. Mai 2026
  • Eine Metaanalyse hat den Zusammenhang zwischen einer Antibiotika-Einnahme und dem Risiko einer intrakraniellen Hypertonie untersucht.
Die idiopathische intrakranielle Hypertonie, früher als Pseudotumor cerebri bezeichnet, ist eine pathophysiologisch nicht exakt geklärte Erkrankung. Es sind aber Risikofaktoren bekannt; unter anderem scheint ein Zusammenhang mit der Einnahme von Antibiotika zu bestehen (in diesem Fall wäre es eher eine medikamenteninduzierte als eine idiopathische intrakranielle Hypertonie). Um die Rolle der Antibiotika besser zu beschreiben, wurde eine Metaanalyse durchgeführt; man berücksichtigte zehn Beobachtungsstudien, die ein Gesamtkollektiv von knapp zwei Millionen Personen umfassten. Es zeigte sich, dass die Einnahme irgendeines Antibiotikums das Risiko einer intrakraniellen Hypertonie signifikant erhöht; die «Odds Ratio» betrug 2,45 (2,00–3,00), die berechnete Inzidenzrate 53 pro 100’000 Personenjahre. Der signifikante Zusammenhang war vor allem bei Tetrazyklinen und Chinolonen evident, was aber auch dadurch bedingt sein kann, dass Daten zu diesen beiden Antibiotika-Klassen in der Metaanalyse übervertreten waren.

Kurzform der Metaanalyse aus «Eye»: Antibiotic exposure and drug-induced intracranial hypertension: a systematic review and meta-analysis




Kommentar
Wenn unter einer Behandlung mit Tetrazyklinen, Chinolonen oder anderen Antibiotika plötzlich neurologische Symptome auftreten wie Kopfschmerzen, Sehstörungen, Übelkeit, Tinnitus oder Schulter- und Nackenschmerzen, ist daran zu denken, dass es sich auch um eine medikamenteninduzierte intrakranielle Hypertension handeln könnte.

Geschätzte Lesedauer: Von 1 bis 3 Minuten

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Intrakranielle Hypertension durch Antibiotika (5. Mai 2026)
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pharma-kritik, 48/No. 5
PK1454
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