Pharma-Kritik

Kurkuma

Etzel Gysling
pharma-kritik Jahrgang 41, PK1096, Online-Artikel
Redaktionsschluss: 13. Juni 2020
Kurkuma (Gelbwurz, englisch: turmeric) ist eines der Gewürze, die vorteilhafte gesundheitliche Auswirkungen haben sollen. Der «Medical Letter on Drugs and Therapeutics» hat dazu einen Text publiziert, der – ergänzt mit Angaben aus einigen anderen Quellen – im Folgenden zusammengefasst ist (1). Kurkuma wird aus den Wurzeln von Curcuma longa, einer Pflanze aus der Familie der Ingwergewächse, gewonnen. Als wichtigster Bestandteil dieses ausgeprägt gelben Gewürzes gilt das Polyphenol Curcumin. In der Schweiz ist Kurkuma als Pulver und in Form von Kapseln erhältlich. Besonders die Kapseln enthalten oft zusätzlich das aus schwarzem Pfeffer gewonnene Piperin, das die Resorption von Curcumin verbessern soll. Curcumin wird eine Reihe von Eigenschaften zugeschrieben; gemäss Meta-Analysen von kleinen randomisierten Studien soll die Substanz unter anderem eine Schmerzlinderung bei Arthrose (2) bewirken, einen günstigen Einfluss auf die LDL-Cholesterinspiegel ausüben (3) sowie auch eine anxiolytische und antidepressive Wirkung aufweisen (4). Diese Arbeiten gelangen allerdings regelmässig zum Schluss, der Stellenwert der Substanz müsse in besseren und grösseren Studien dokumentiert werden. Es gibt auch Hinweise auf entzündungshemmende, neuroprotektive oder antikanzerogene Wirkungen von Curcumin; diese sind jedoch noch weniger als die zuvor genannten Effekte nachgewiesen. Während kleine, als Gewürz eingesetzte Kurkuma-Mengen als gut verträglich gelten, können höhere Dosen zu Brechreiz und Durchfall führen. Auch ein Zusammenhang mit Hepatitis und AV-Überleitungsstörungen ist schon vermutet, aber nicht gesichert worden. Im Magen-Darmtrakt bindet sich Kurkuma an Eisen und kann so die Eisenresorption beeinträchtigen (5). Kurkuma kann das Blutungsrisiko erhöhen, da es eine antikoagulierende Wirkung aufweist und auch die Wirkung von Vitamin-K-Antagonisten verstärken kann (6). Weitere Probleme sind wegen Interaktionen möglich, die auf der Hemmung verschiedener Zytochrome und von P-Glykoprotein beruhen. Da auch Piperin zu einer CYP3A4-Hemmung f&uum

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