Pharma-Kritik

Ivermectin-Crème

Urspeter Masche
pharma-kritik Jahrgang 39, Nummer 8, PK1028
Redaktionsschluss: 11. Dezember 2017
DOI: https://doi.org/10.37667/pk.2017.1028

Ivermectin, ein seit Langem bekanntes Antiparasitikum, kann auch zur Lokaltherapie der papulopustulösen Rosazea verwendet werden. Es scheint eine ebenbürtige Alternative zu sein, wenn andere Mittel wie zum Beispiel eine Metronidazol-Crème nicht genügend helfen.

Ivermectin-Crème (Soolantra®) wird bei papulopustulöser Rosazea empfohlen.

Chemie/Pharmakologie
Ivermectin gehört zur Gruppe der Avermectine, die als Fermentationsprodukte von Streptomyces avermitilis gewonnen werden, und enthält – im Verhältnis von ungefähr 9 zu 1 – die beiden Derivate Dihydroavermectin-B1a und -B1b. Ivermectin ist seit vierzig Jahren als ein auch oral verabreichbares Mittel gegen Parasiten bekannt und wird bei Befall mit gewissen Nematoden und Ektoparasiten verwendet. Es hemmt Ionenkanäle, die über Glutamat und GABA gesteuert werden, und führt bei wirbellosen Tieren zu einer Muskellähmung. Bei Wirbeltieren, bei denen diese Ionenkanäle nur im ZNS vorkommen, hat Ivermectin keine neurotoxischen Wirkungen, weil es – als Substrat des Transportproteins P-Glykoprotein – nicht durch die Blut-Hirn-Schranke tritt.(1,2) Die Wirkung von Ivermectin bei Rosazea ist nicht eindeutig geklärt. Man nimmt an, dass es einerseits die Demodex-Milben abtötet, die bei der Pathogenese der Rosazea wahrscheinlich eine Rolle spielen, und andererseits direkte entzündungshemmende Wirkungen entfaltet. Eine Übersicht zu den verschiedenen anderen Möglichkeiten der Behandlung einer Rosazea vermittelt eine 2016 veröffentlichte pharma-kritik-Nummer.(3)

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