bad drug news

August 2020

Bradykardien unter Memantin (Axura®, Ebixa® u.a.)

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 12. August 2020

Nachdem in Japan unter der Behandlung mit Memantin einzelne Fälle einer Sinusbradykardie oder eines kompletten AV-Blocks vorgekommen sind, soll die Fachinformation mit dem Hinweis ergänzt werden, dass dieses Antidemenzmedikament Bradyarrhythmien auslösen kann.

Mitteilung der japanischen Arzneimittelbehörde: Summary of Investigation Results – Memantine

 

Dexamethason: Kein Vorteil für herzoperierte Kleinkinder

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 17. August 2020

Kleinkinder, die wegen eines angeborenen Herzfehlers operiert werden, erhalten perioperativ häufig Steroide, um systemische Entzündungsreaktionen zu dämpfen, die im Zusammenhang mit dem extrakorporalen Kreislauf gesehen werden und die Komplikationen fördern. Diese Praxis wurde nun in einer Doppelblindstudie genauer untersucht. 394 Kleinkindern im Alter von höchstens 12 Monaten, bei denen eine Herzoperation durchgeführt werden musste, verabreichte man nach dem Einleiten der Anästhesie eine Einmaldosis Dexamethason (1 mg/kg) oder Placebo. Der primäre Endpunkt setzte sich aus folgenden Ereignissen zusammen, die innerhalb von 30 Tagen nach der Operation auftraten: Tod; Myokardinfarkt; Nierenversagen; neurologische Komplikation; Notwendigkeit einer extrakorporalen Membranoxygenierung, Reanimation oder verlängerten Beatmung. In der Dexamethason-Gruppe waren 38% der Behandelten von einem solchen Ereignis betroffen, in der Placebo-Gruppe 46%; mit einer «Hazard Ratio» von 0,82 (0,60–1,10) war dieser Unterschied nicht signifikant.

Kurzform der Studie aus dem JAMA: Effect of Intraoperative Dexamethasone on Major Complications and Mortality Among Infants Undergoing Cardiac Surgery

 

Bisphenol A vermindert Lebenserwartung

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 26. August 2020

Bisphenol A (BPA) ist eine Ausgangssubstanz für polymere Kunststoffe oder Epoxidharze, aus denen viele Alltagsprodukte bestehen oder mit denen Wasserleitungen und Dosen für die Lebensmittelaufbewahrung beschichtet werden; BPA findet sich zum Teil auch in Thermopapier, wie es für Kassenbons verwendet wird. Eine aktuelle Kohortenstudie bestätigt die Vermutung, dass BPA die Gesundheit gefährdet. Als Datengrundlage dienten knapp 4000 Personen, die in den USA im Rahmen des «National Health and Nutrition Examination Survey» rund zehn Jahre beobachtet und bei denen BPA-Messungen im Urin durchgeführt worden waren. Individuen, deren BPA-Urinkonzentration im obersten Terzil lag, wiesen ein signifikant höheres Sterberisiko auf als Individuen mit einer BPA-Urinkonzentration im untersten Terzil («Hazard Ratio» = 1,49 [1,01–2,19]).

Volltext der Studie aus «JAMA Network Open»: Association Between Bisphenol A Exposure and Risk of All-Cause and Cause-Specific Mortality in US Adults

 
August 2020
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