bad drug news

Januar 2019

Hypophosphatämie und Eisencarboxymaltose (Ferinject®)

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 3. Januar 2019

Nach Verabreichung von Eisencarboxymaltose scheint man relativ häufig eine Hypophosphatämie beobachten zu können, wobei es sich meistens um eine vorübergehende und harmlose Verschiebung des Phosphatspiegels handelt. Die neuseeländische Arzneimittelbehörde ruft in Erinnerung, dass sich aber auch symptomatische Hypophosphatämien entwickeln können, gekennzeichnet zum Beispiel durch allgemeine Schwäche, Knochenschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Parästhesien oder depressive Symptome. In Neuseeland sind innerhalb von gut zwei Jahren fünf Fälle von schweren Hypophosphatämien gemeldet worden, die nach einer Dosis von 1000 mg Eisen-Carboxymaltose aufgetreten sind.

Artikel aus dem «Prescriber Update»: Infusing Iron? Consider Phosphate

«pharma-kritik»-Artikel: Eisencarboxymaltose

 

Verbrennungsgefahr durch rückfettende Präparate mit Paraffin

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 7. Januar 2019

Die britische Arzneimittelbehörde hat eine abermalige Warnung veröffentlicht, dass paraffinhaltige Emollienzien schwere Verbrennungen auslösen können. Die Hauptgefahr besteht darin, dass Spuren oder Reste von Paraffin, die sich an Verbänden oder Kleidern befinden, brandbeschleunigend wirken. Möglicherweise wohnt dieses Risiko auch paraffinfreien Emollienzien inne. Personen, die solche Produkte verwenden, sind darauf hinzuweisen, welche besondere Gefahr ihnen durch Zigarettenglut oder offene Flammen droht.

Publikation der britischen Arzneimittelbehörde: Emollients: new information about risk of severe and fatal burns with paraffin-containing and paraffin-free emollients

 

Erhöhtes Pneumonierisiko durch Opioide

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 10. Januar 2019

Vor einiger Zeit haben wir auf eine Studie hingewiesen, in der sich ein positiver Zusammenhang zwischen Opioiden und Pneumokokkeninfekten gezeigt hatte (Vermehrt Pneumokokkeninfekte unter Opioidbehandlung). Dieser Sachverhalt wurde nun durch eine neue Fall-Kontroll-Studie bestätigt; und zwar wies man nach, dass Personen, die ausserhalb des Spitals an einer Pneumonie erkrankt waren, signifikant häufiger ein Opioid eingenommen hatten als diejenigen der Kontrollgruppe. Das Risiko einer Pneumonie stieg mit der eingenommenen Opioiddosis; ausserdem war es höher bei Opioiden, denen immunsupprimierende Eigenschaften zugeschrieben werden (z.B. Morphin, Fentanyl, Codein), bzw. bei Personen mit einer HIV-Erkrankung, solange sie unter einer Opioidbehandlung standen.

Kurzform der aktuellen Studie aus dem «JAMA Internal Medicine»: Association of Prescribed Opioids With Increased Risk of Community-Acquired Pneumonia Among Patients With and Without HIV

 

Hormonelle Kontrazeptiva und Suizidalität

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 21. Januar 2019

Wir haben hier im letzten Jahr zweimal über psychiatrische Probleme bei einzelnen Kontrazeptiva berichtet (Levonorgestrel-haltige Intrauterinsysteme und psychiatrische Nebenwirkungen und Psychiatrische Nebenwirkungen unter Desogestrel [Cerazette® u.a.]). Gemäss einem «Dear Doctor Letter», der unlängst in Deutschland erschienen ist, trifft es auf alle hormonellen Kontrazeptiva zu, dass sie Depressionen auslösen können und man daraus auch ein erhöhtes Suizidrisiko ableiten muss. Diese Vermutung wird durch eine prospektive Kohortenstudie bestätigt, in der sich bei den Frauen, die hormonelle Kontrazeptiva verwendeten, ein signifikant höheres Risiko für versuchte oder vollendete Suizide zeigte; am höchsten war das Risiko in der Gruppe der jugendlichen Frauen.

Mitteilung der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft: Hormonelle Kontrazeptiva: Neuer Warnhinweis zu Suizidalität als mögliche Folge einer Depression unter der Anwendung hormoneller Kontrazeptiva

 

Olaratumab (Lartruvo®): Keine neuen Behandlungen mehr beginnen

Verfasst von:
Datum: 29. Januar 2019

Olaratumab – ein monoklonaler Antikörper, der den «Platelet Derived Growth Factor Receptor α» hemmt – wurde zur Behandlung von fortgeschrittenen Weichteilsarkomen eingeführt. Die vorläufigen Ergebnisse einer nach der Zulassung durchgeführten Studie zeigten nun, dass die Kombination Olaratumab/Doxorubicin keine bessere Überlebenschance verspricht als Doxorubicin alleine. Deshalb sollen mit Olaratumab keine neuen Behandlungen mehr begonnen werden.

Mitteilung der europäischen Arzneimittelbehörde EMA: No new patients should start treatment with Lartruvo after study shows cancer medicine does not prolong life

 
Januar 2019
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