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 bad drug news

Mai 2018

Hämophagozytische Lymphohistiozytose unter Lamotrigin (Lamictal® u.a.)

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 2. Mai 2018

Lamotrigin, eingesetzt bei Epilepsien und bipolarer Erkrankung, kann in seltenen Fällen eine hämophagozytische Lymphohistiozytose verursachen. Es handelt sich dabei um ein lebensbedrohliches hyperinflammatorisches Syndrom, das als überschiessende Reaktion des Immunsystems zu verstehen ist. Zu den typischen Symptomen gehören unter anderem Fieber, Hautausschläge, Vergrösserung von Lymphknoten, Milz oder Leber, Zytopenien, erhöhter Triglyzerid- und Ferritinspiegel sowie eine Hämophagozytose in Knochenmark, Milz und Lymphknoten. Zu beachten ist, dass andere immunvermittelte Nebenwirkungen (z.B. DRESS-Syndrom) sich mit zum Teil ähnlichen Symptomen präsentieren können. Diese Nebenwirkungen müssen rasch erkannt werden, damit Lamotrigin als der Auslöser abgesetzt wird.

FDA-Mitteilung: Lamotrigine: Drug Safety Communication – Serious Immune System Reaction

 

Interaktion zwischen Kurkuma (Gelbwurz) und Antikoagulantien

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 4. Mai 2018

Die neuseeländische Arzneimittelbehörde hat eine Warnung verschickt, dass Kurkuma vermutlich die blutverdünnende Wirkung von Vitamin-K-Antagonisten verstärke – ausgehend von einer Patientin, bei welcher der INR-Wert unter einer Behandlung mit Warfarin lange stabil war, jedoch plötzlich stark anstieg, nachdem sie ein kurkumahaltiges Nahrungsergänzungsmittel zu nehmen begonnen hatte. Der Mechanismus der Interaktion scheint nicht klar; zwar ist beschrieben, dass Kurkuma eine plättchenhemmende Wirkung besitzt – was die verstärkte Wirkung auf den INR-Wert im beschriebenen Fall freilich nicht zu erklären vermag.
Die Warnung bezieht sich auf kurkumahaltige Nahrungsergänzungsmittel, indessen nicht auf Kurkuma, das in der Nahrung (in geringer Menge) als Gewürz verwendet wird.

Mitteilung der neuseeländischen Arzneimittelbehörde: Beware turmeric/curcumin containing products can interact with warfarin

 

Kein Nutzen durch zusätzliches Rifampicin (Rimactan® u.a.) bei Staphylokokken-Bakteriämie

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 9. Mai 2018

In einer kürzlich veröffentlichten Doppelblindstudie erhielten 758 Personen, bei denen in Blutkulturen Staphylococcus aureus nachgewiesen worden war, zusätzlich zu einer üblichen antibiotischen Behandlung entweder Rifampicin (600 bis 900 mg/Tag) oder Placebo. Nach 12 Wochen wurde ermittelt, bei wievielen Personen immer noch oder erneut ein positiver Staphylokokken-Nachweis vorlag bzw. wieviele Personen gestorben waren. Dieser kombinierte Endpunkt traf in der Rifampicin-Gruppe auf 17% und in der Placebo-Gruppe auf 18% zu, was keinen signifikanten Unterschied darstellte.

Volltext der Studie aus dem «Lancet»: Adjunctive rifampicin for Staphylococcus aureus bacteraemia (ARREST): a multicentre, randomised, double-blind, placebo-controlled trial

 

Kinder mit atopischer Dermatitis profitieren nicht von rückfettenden Badezusätzen

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 14. Mai 2018

Obschon häufig verschrieben, scheinen rückfettende Badezusätze Kindern mit einer atopischen Dermatitis nicht nennenswert zu helfen, wie eine aktuelle Studie zeigt. 461 Kinder im Alter zwischen 1 und 11 Jahren, die an einer atopischen Dermatitis litten, wurden auf zwei Gruppen verteilt; in beiden Gruppen fand eine übliche Lokalbehandlung mit Emollienzien und Steroiden statt, in der einen Gruppe wurde zusätzlich ein regelmässiger Gebrauch von rückfettenden Badezusätzen eingeplant. Als primären Endpunkt wählte man die Veränderung der Punktezahl auf der POEM-Skala («patient oriented eczema measure») während der ersten 16 Behandlungswochen. Bei den Kindern, die einen Badezusatz verwendeten, lag der Durchschnittswerte nur um 0,41 Punkte (−0,27 bis 1,10) niedriger als bei den Kindern in der Kontrollgruppe (als klinisch relevant wird eine Differenz von mindestens 3 Punkten eingestuft).

Volltext der Studie aus dem BMJ: Emollient bath additives for the treatment of childhood eczema (BATHE): multicentre pragmatic parallel group randomised controlled trial of clinical and cost effectiveness

 

Akutes Leberversagen unter Tolvaptan (Jinarc®)

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 17. Mai 2018

Tolvaptan – ein Vasopressin-Antagonist und in der Schweiz zugelassen, um den Verlauf bei rasch fortschreitender autosomal-dominanter polyzystischer Nierenerkrankung zu bremsen – kann möglicherweise ein akutes Leberversagen verursachen. Wie die WHO berichtet, sind insgesamt 11 Fälle beschrieben (davon 7 mit tödlichem Ausgang), die unter einer Behandlung mit Tolvaptan vorgekommen sind.

Mitteilung der WHO: Tolvaptan: Risk of acute hepatic failure

Übersicht zu Tolvaptan: Tolvaptan bei Zystennierenerkrankungen

 

Dolutegravir mit Neuralrohrdefekten assoziiert

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 23. Mai 2018

Dolutegravir ist ein Virostatikum, das bei HIV-Infektion eingesetzt wird, und enthalten in Tivicay® (Monopräparat) bzw. Triumeq® (Kombinationspräparat). Die FDA hat eine Warnung verschickt, dass bei Kindern, deren Mütter in der Schwangerschaft Dolutegravir verwendet hatten, Neuralrohrdefekte beobachtet worden seien. Das Risiko bestehe vor allem, wenn Dolutegravir zu Beginn oder im ersten Drittel der Schwangerschaft eingenommen werde.

Mitteilung der FDA: FDA to evaluate potential risk of neural tube birth defects with HIV medicine dolutegravir

Übersicht zu Dolutegravir: Dolutegravir –€ a review of the pharmacology, efficacy, and safety in the treatment of HIV

 

Skelettmetastasen-Behandlung mit Denosumab (Xgeva®): Vermehrt Zweitmalignome

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 25. Mai 2018

In einer Analyse von vier klinischen Studien zeigte sich, dass bei Leuten, die wegen Skelettmetastasen mit Denosumab (1-mal 120 mg/Monat) behandelt worden waren, häufiger neue primäre Malignome auftraten als unter Zoledronat (Zometa® u.a., 1-mal 4 mg/Monat). Die kumulative Jahresinzidenz von Zweittumoren betrug bei Denosumab 1,1%, bei Zoledronat 0,6%.

Mitteilung der österreichischen Arzneimittelbehörde: Risiko eines neuen primären Malignoms unter Therapie mit Denosumab

 

Lamotrigin (Lamictal® u.a.) nicht wirksam bei Borderline-Erkrankung

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 29. Mai 2018

In einer Doppelblindstudie erhielten 195 Patientinnen und Patienten mit einer Borderline-Erkrankung entweder Lamotrigin (durchschnittlich 200 mg/Tag) oder Placebo. Die sonstige, das heisst auch psychologische Betreuung wurde wie üblich weitergeführt. Nach einem Jahr fand sich bei den krankheitsspezifischen Symptomen kein Unterschied zwischen den beiden Gruppen.

Volltext der Studie aus dem «American Journal of Psychiatry»: The Clinical Effectiveness and Cost-Effectiveness of Lamotrigine in Borderline Personality Disorder: A Randomized Placebo-Controlled Trial

 
Mai 2018
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