bad drug news

Dezember 2017

Jegliche hormonelle Kontrazeption erhöht Brustkrebsrisiko

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 12. Dezember 2017

In einer dänischen Kohortenstudie wurden 1,8 Millionen Frauen, die zwischen 15 und 49 Jahre alt waren, über einen Zeitraum von durchschnittlich 11 Jahren beobachtet. Dabei zeigte sich, dass bei Frauen, die eine hormonelle Kontrazeption durchgeführt hatten, das Brustkrebsrisiko um 20% höher lag als in der Kontrollgruppe. Das Risiko stieg mit der Dauer der Anwendung. Bei Frauen, die während 5 Jahren oder mehr ein hormonelles Kontrazeptivum eingesetzt hatten, blieb das Risiko auch nach Absetzen über mindestens 5 Jahre erhöht. Ausgedrückt als «Number needed to harm» (NNH), ist pro 7690 Frauen, die mindestens 1 Jahr lang hormonell verhüten, mit 1 zusätzlichen Brustkrebsfall zu rechnen.
Wie es scheint, sind alle hormonellen Kontrazeptiva mit einem vermehrten Brustkrebsrisiko assoziiert, das heisst auch kombinierte Präparate mit einem niedrigen Östrogenanteil sowie reine Gestagene inklusive Levonorgestrel-haltigen Spiralen.

Kurzform der Studie aus dem «New England Journal of Medicine»: Contemporary Hormonal Contraception and the Risk of Breast Cancer

 

Interaktionen mit Donepezil (Aricept® u.a.)

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 18. Dezember 2017

Die neuseeländische Arzneimittelbehörde erinnert an mögliche Interaktionen, die bei einer Behandlung mit dem Acetylcholinesterase-Hemmer Donepezil vorkommen können. Zum einen handelt es sich um pharmakodynamische Interaktionen, indem Donepezil die Wirkung von nicht-depolarisierenden Muskelrelaxantien vermindern, diejenige von depolarisierenden Muskelrelaxantien verstärken und in Kombination mit Betablockern das Risiko einer Bradykardie verstärken kann. Zum anderen sind pharmakokinetische Interaktionen zu beachten, wenn gleichzeitig CYP3A4- oder CYP2D6-Hemmer oder -Induktoren verabreicht werden, die den Abbau von Donepezil verlangsamen oder bechleunigen können.

Artikel aus dem «Prescriber Update»: Interactions with Donepezil

 

Progressive multifokale Leukenzephalopathie unter Cladribin (Litak®)

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 22. Dezember 2017

Unter einer Behandlung mit Cladribin, das bei der Haarzell-Leukämie und gewissen anderen lymphoproliferativen Erkrankungen eingesetzt wird, sind Fälle einer progressiven multifokalen Leukenzephalopathie (PML) beobachtet worden – was wahrscheinlich damit zusammenhängt, dass Cladribin eine Lymphopenie verursachen kann. Neu auftretende neurologische oder kognitive Veränderungen sollten deshalb bei Cladribin-Behandelten an eine PML denken lassen.

In Deutschland verschickter «Dear Doctor Letter»: Cladribin: Risiko einer progressiven multifokalen Leukenzephalopathie (PML)

 
Dezember 2017
Copyright © 2020 Infomed-Verlags-AG

pharma-kritik abonnieren

infomed-screen abonnieren

100 wichtige Medikamente

mailingliste abonnieren

Ressourcen Links
Bad Drug News index
pharma-kritik abonnemente
infomed-screen abonnemente
pharma-kritik neu im web
aktueller pharma-kritik jahrgang