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 bad drug news

Oktober 2017

Interaktionen der neueren Antikoagulantien beachten!

Verfasst von: Etzel Gysling
Datum: 6. Oktober 2017

In einer taiwanesischen Studie wurde untersucht, wie bestimmte Medikamente das Blutungsrisiko unter einem der neueren Antikoagulantien (NOAC: Apixaban = Eliquis, Dabigatran = Pradaxa, Rivaroxaban = Xarelto) beeinflussen. Personen, die neben einem NOAC auch Amiodaron (Cordarone u.a.), Fluconazol (Diflucan u.a.), Rifampicin (Rimactan u.a.) oder Phenytoin (Phenhydan u.a.) erhielten, hatten gegenüber Vergleichspersonen ohne diese Medikamente ein erhöhtes Blutungsrisiko. 

Link zum Abstract im JAMA

 

Personen mit Demenz erhalten oft ungeeignete Medikamente

Verfasst von: Etzel Gysling
Datum: 13. Oktober 2017

Ein Viertel aller Demenzkranken erhält mindestens zwei "ungeeignete" Medikamente. Dies ist die Schlussfolgerung einer Untersuchung, die in acht europäischen Ländern durchgeführt wurde. Dabei wurde bei etwa 2000 dementen Personen überprüft, ob sie gemäss der EU(7)PIM-List (siehe: http://pkweb.ch/2z3Edxo) für alte Leute ungeeignete Medikamente erhielten. Die am häufigsten verschriebenen inadäquaten Mittel gehören zu den Psychopharmaka (Neuroleptika, Sedativa/Hypnotika). Aber auch Magensäureblocker werden zu häufig verschrieben.

Link zum Abstract in "Age and Aging": http://pkweb.ch/2zkgoT3  

 

Anthelminthika: Unzuverlässige bzw. abnehmende Wirkung gegen Peitschenwürmer

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 18. Oktober 2017

Eine kürzlich erschienene Schweizer Metaanalyse hat sich mit der Wirksamkeit von Anthelminthika gegen Spul-, Haken- und Peitschenwürmer befasst (die Eier und Larven dieser Nematoden kommen vor allem in warmen Ländern im Erdboden vor). Bei Spulwürmern (Ascaris lumbricoides) zeigten alle untersuchten Medikamente wie Albendazol (Zentel®), Mebendazol (Vermox®) oder Pyrantel (Cobantril®) eine sehr gute Wirksamkeit. Hakenwürmer (Ancylostoma duodenale; Necator americanus) liessen sich nur mit Albendazol verlässlich behandeln. Bei Peitschenwürmern (Trichuris trichiura) betrug die Heilungsrate für alle untersuchten Anthelminthika weniger als 50%; als beunruhigend wird insbesondere bezeichnet, dass Albendazol gegen diese Würmer in den letzten zwanzig Jahren deutlich an Wirksamkeit verloren hat.

Volltext der Metaanalyse aus dem BMJ: Efficacy of recommended drugs against soil transmitted helminths: systematic review and network meta-analysis

«pharma-kritik»-Nummer (nur mit Abonnement/Passwort zugänglich): Wurmerkrankungen

 

Protonenpumpenhemmer: Auch bei Kleinkindern vermehrt Frakturen

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 20. Oktober 2017

Bei bis zu zwei Dritteln der Säugline beobachtet man im ersten Lebensjahr eine Regurgitation mit Speien, was als (funktioneller) gastroösophagealer Reflux zu betrachten ist. Obschon primär diätetische und physikalische Massnahmen empfohlen sind, werden gemäss amerikanischen Daten hierfür auch zunehmend säurehemmende Substanzen (Protonenpumpenhemmer u.a.) verschrieben. Wie eine retrospektive Studie zeigte, besteht aber bei Kindern, die in den ersten zwei Lebensjahren mit einem Protonenpumpenhemmer behandelt werden, ein um 20 bis 30% erhöhtes Risiko, dass sie in den folgenden Jahren eine Fraktur erleiden. Das Frakturrisiko scheint dosisabhängig zu sein und umso höher, je jünger das Kind bei der Behandlung war.

Zusammenfassung der Studie aus «AAP News»: Infants prescribed antacids for reflux have increased risk of bone fractures

 

Medikamentenwerbung: Viel Geld um Nichts

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 24. Oktober 2017

Eine kanadische Analyse hat für die Jahre 2013–15 sowohl diejenigen Medikamente herausgesucht, die am meisten Werbeausgaben erzeugt hatten (durch Zeitschriftenanzeigen oder Vertreterbesuche), als auch diejenigen, mit denen der grösste Umsatz erzielt worden war. Dabei zeigte sich, dass beide Listen von Medikamenten dominiert wurden, denen gemäss einer kritischen, unabhängigen Beurteilung kein oder höchstens ein minimaler therapeutischer Gewinn zuzusprechen war. 94% des Werbegeldes wurde für Medikamente aufgewendet, die in diese Kategorie fielen.

Volltext der Untersuchung aus «CMAJ Open»: The relation between promotional spending on drugs and their therapeutic gain: a cohort analysis

 

Anticholinerge Substanzen und Demenzrisiko

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 27. Oktober 2017

Wie eine kürzlich erschienene Kohortenstudie zeigte, steigt das Risiko einer Demenz mit der kumulativ eingenommenen Dosis von Medikamenten mit anticholinerger Wirkung. Von diesbezüglicher Bedeutung sind namentlich trizyklische Antidepressiva, Erstgenerations-Antihistaminika und Spasmolytika zur Behandlung einer Reizblase oder Inkontinenz. Mit einem signifikanten Anstieg des Demenzrisikos ist offenbar dann zu rechnen, wenn ein solches Mittel während mehr als drei Jahren regelmässig verwendet wird.

Volltext der Untersuchung aus dem «JAMA Internal Medicine»: Cumulative Use of Strong Anticholinergics and Incident Dementia

 

Gabapentin (Neurontin® u.a.) und Atemdepression

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 31. Oktober 2017

Gabapentin vermag die atemdepressive Wirkung von Opioiden zu verstärken. Doch auch bei Leuten, die keine Opioide nehmen, kann Gabepentin in seltenen Fällen zu einer Atemdepression führen, so dass vorsichtshalber eine Dosisreduktion ins Auge zu fassen ist; gefährdet zu sein scheinen vor allem ältere Leute sowie Personen, die an einer pneumologischen oder neurologischen Erkrankung leiden oder irgendwelche andere ZNS-dämpfende Medikamente verwenden.

Mitteilung der britischen Arzneimittelbehörde: Gabapentin: risk of severe respiratory depression

 
Oktober 2017
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