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 bad drug news

November 2016

Atypische Neuroleptika und Schlaf-Apnoe

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 3. November 2016

Nach einer Begutachtung der vorhandenen Daten ist die kanadische Arzneimittelbehörde zum Schluss gekommen, dass atypische Neuroleptika möglicherweise eine Schlaf-Apnoe begünstigen können, und empfiehlt deshalb, dass die Packungsbeilagen mit einem entsprechenden Hinweis versehen werden.

Mitteilung von «Health Canada»: Atypical antipsychotics – Assessing the Potential Risk of Sleep Apnoea

 

Brimonidin-Gel (Mirvaso®) und Verschlechterung der Rosazea-Symptome

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 8. November 2016

Die Erfahrungen mit Brimonidin, das zur Lokalbehandlung der Rosazea verwendet werden kann, haben gezeigt, dass es ungefähr bei jeder sechsten Person eine Verschlechterung der Symptome hervorruft (Zunahme des Erythems u.a.); dazu gehören auch Rebound-Effekte, die sich 8 bis 12 Stunden nach dem Auftragen des Gels manifestieren. Es wird deshalb empfohlen, die Therapie mit einer geringen Gel-Menge zu starten, die dann abhängig von erwünschter Wirkung und Verträglichkeit angepasst wird. Die Maximal-Tagesdosis beträgt 1 g, was fünf erbsengrossen Gel-Portionen entspricht.

Mitteilung der britischen Arzneimittelbehörde: Brimonidine gel (Mirvaso®): risk of exacerbation of rosacea

«pharma-kritik»-Text (nur mit Abonnement/Passwort zugänglich): Therapie der Rosazea

 

Überschätzter Nutzen von modernen Krebsbehandlungen?

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 11. November 2016

Ein Artikel im British Medical Journal befasst sich kritisch mit den neuen onkologischen Medikamenten, die in den letzten Jahren auf den Markt gekommen sind. In den letzten Jahrzehnten konnte die Überlebenswahrscheinlichkeit bei Krebserkrankungen deutlich gesteigert werden, was aber nur in geringem Mass den Verbesserungen bei den Chemotherapien zuzuschreiben, sondern vor allem durch Frühdiagnose und -behandlung gewonnen worden sei. Die klinischen Studien, die mit den neuen Krebsmitteln durchgeführt werden, müsse man in verschiedener Hinsicht bemängeln: unter anderem wird kaum je die Gesamtüberlebensrate untersucht, sondern man beschränkt sich auf Surrogatendpunkte wie Ansprechrate oder progressionsfreies Überleben. Dass für diese Medikamente die Schwelle für die Zulassung niedrig liegt, ist auch eine Folge «unheiliger Allianzen», namentlich zwischen Industrie, die zusammen mit anderen Akteuren auf beschleunigte Zulassungen drängt, und Behörden, die ebenfalls nicht frei von Interessenkonflikten sind, indem sich aus schnellen Zulassungen Gewinne ableiten lassen, die über Steuereinnahmen auch dem Staat zugutekommen.

Volltext des Artikels aus dem BJM: Cancer drugs, survival, and ethics

Früherer BDN-Text zum Thema: Mehrheit der neuen Krebsmedikamente bleibt Beweis eines verbesserten Gesamtüberlebens schuldig

 

Steroide bei schwerer Sepsis: Übergang in septischen Schock wird nicht verhindert

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 14. November 2016

Ob die zusätzliche Verabreichung von Steroiden bei Patienten/-innen mit schwerer Sepsis prognoseverbessernd wirkt, wurde bislang kontrovers diskutiert. Wie das Ergebnis einer aktuellen Studie zeigt, lassen Steroide in dieser Situation jedoch keinen Nutzen erhoffen. 353 Patienten/-innen, welche die Kriterien einer schweren Sepsis erfüllten, erhielten doppelblind entweder Hydrocortison per Dauerinfusion (Solu-Cortef®, 200 mg/Tag über 5 Tage, danach in ausschleichender Dosierung über 6 weitere Tage) oder Placebo. Primärer Endpunkt war der Prozentsatz der Behandelten, bei denen sich innerhalb von 14 Tagen ein septischer Schock entwickelte. Dieser Anteil betrug In der Hydrocortison-Gruppe 21,2% und in der Placebo-Gruppe 22,9%, was keinen signifikanten Unterschied bedeutete.

Kurzfom der Studie aus dem JAMA: Effect of Hydrocortisone on Development of Shock Among Patients With Severe Sepsis

 

Acetylsalicylsäure: Primärprophylaktischer Nutzen bei Diabetes weiterhin nicht nachgewiesen

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 18. November 2016

Vor sieben Jahren haben wir an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass Diabeteskranke von einer Primärprophylaxe mit Acetylsalicylsäure nicht profitieren. Dieser Befund wird durch eine aktuelle Metaanalyse bestätigt – in der man nicht nur die Mortalität und Häufigkeit von Herzinfarkten und Schlaganfällen, sondern auch weitere Endpunkte wie Revaskularisationsrate oder Auftreten einer Angina pectoris, TIA oder peripher-arteriellen Verschlusskrankheit untersucht hatte. Bei all diesen Endpunkten fand sich zwischen Acetylsalicylsäure- und Placebo-Gruppe kein signifikanter Unterschied.

Kurzfom der Metaanalyse aus «Diabetes Research and Clinical Practice»: Aspirin for primary prevention of cardiovascular disease in patients with diabetes: A meta-analysis

Früherer BDN-Text: Acetylsalicylsäure: Kein klarer primärprophylaktischer Nutzen bei Diabetes mellitus

 

Ticagrelor (Brilique®): Prophylaktischer Effekt bei PAVK nicht besser als mit Clopidogrel (Plavix® u.a.)

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 22. November 2016

In einer Doppelblindstudie erhielten knapp 14’000 Personen, die eine symptomatische peripher-arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) aufwiesen, zur plättchenhemmenden Sekundärprophylaxe entwederTicagrelor (2-mal 90 mg/Tag; für diese Indikation offiziell nicht zugelassen) oder Clopidogrel (1-mal 75 mg/Tag). Primärer Endpunkt war die Kombination aus kardiovaskulärem Tod, Herzinfarkt oder ischämisch bedingtem Schlaganfall. Nach einer Beobachtungszeit von rund 2½ Jahren hatten in der Ticagrelor-Gruppe 10,8% der Behandelten ein zum primären Endpunkt beitragendes Ereignis erlitten; in der Clopidorgel-Gruppe waren es 10,6%. Auch bei den Blutungskomplikationen liess sich zwischen den beiden Substanzen kein Unterschied feststellen.

Volltext der Studie aus dem «New England Journal of Medicine»: Ticagrelor versus Clopidogrel in Symptomatic Peripheral Artery Disease

Früherer BDN-Text zu Ticagrelor: Ticagrelor (Brilique®) bei zerebrovaskulären Ereignissen nicht besser als Acetylsalicylsäure (Aspirin® u.a.)

 

Jeder 25. Notfallstation-Eintritt durch Medikament verursacht

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 25. November 2016

Gemäss einer retrospektiven Untersuchung, die in den USA durchgeführt wurde und sich auf Daten aus den Jahren 2013 und 14 stützte, lag bei 4% aller Notfallstation-Zugänge ein medikamentenbedingtes Problem (Überdosierung oder Auftreten einer unerwünschten Wirkung) vor. Rund ein Viertel dieser Fälle mündete in eine Hospitalisation. Die am häufigsten betroffenen Medikamente waren Antikoagulantien/Plättchenhemmer, Antibiotika, Antidiabetika und Opioid-Analgetika.

Kurzform der Studie aus dem JAMA: US Emergency Department Visits for Outpatient Adverse Drug Events, 2013-2014

 
November 2016
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