Endlich verfügbar! Unser beliebter Medikamentenführer "100 wichtige Medikamente" ist nun in einer neuen Ausgabe erhältlich. Bestellen Sie hier dieses wichtige Hilfsmittel für die tägliche Praxis.

Bestellen!

 bad drug news

August 2016

Herzrhythmusstörungen als toxischer Effekt von Loperamid (Imodium® u.a.)

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 15. August 2016

Loperamid kann, wenn es überdosiert wird, eine Verlängerung der QT-Zeit, ventrikuläre Arrhythmien, Synkopen oder einen Herzstillstand hervorrufen. Medikamente, welche den Loperamid-Spiegel erhöhen, können dasselbe bewirken; dazu gehören Hemmer von CYP3A4 (z.B. Itraconazol [Sporanox® u.a.], Clarithromycin [Klacid® u.a.]), CYP2C8 (z.B. Gemfibrozil [Gevilon®]) und des P-Glykoproteins (z.B. Chinin [auch in Bitterlimonaden enthalten!]).

FDA-Mitteilung: FDA warns about serious heart problems with high doses of the antidiarrheal medicine loperamide, including from abuse and misuse

 

Riociguat (Adempas®): Neue Kontraindikation

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 16. August 2016

Riociguat ist ein Stimulator der Guanylatzyklase, welche die Bildung von zyklischem Guanosinmonophosphat (cGMP) katalysiert; daraus leitet sich die vasodilatierende Wirkung ab, die sich zur Behandlung bei pulmonal-arteriellen Hypertonie nutzen lässt. Indessen darf Riociguat nach neuster Erkenntnis nicht eingesetzt werden, wenn die pulmonal-arterielle Hypertonie durch eine idiopathische interstitielle Pneumonie bedingt ist. In dieser Population ist Riociguat mit einer erhöhten Mortalität assoziiert, wie eine Studie gezeigt hat, die deswegen auch vorzeitig beendet worden ist.

Mitteilung von «Health Canada»: ADEMPAS (riociguat) – New Contraindication for Patients with Pulmonary Hypertension Associated with Idiopathic Interstitial Pneumonias

Übersichtsartikel zu Riociguat: Riociguat: Something new in pulmonary hypertension therapeutics?

 

Vermehrte kardiovaskuläre Ereignisse unter Tyrosinkinasehemmern

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 23. August 2016

In einer retrospektiven Kohortenstudie zeigte sich, dass bei Patienten und Patientinnen, die an einer chronisch-myeloischen Leukämie litten und einen Tyrosinkinasehemmer – das heisst Imatinib (Glivec® u.a.), Dasatinib (Sprycel®) oder Nilotinib (Tasigna®) – erhielten, häufiger arterielle oder venöse Thromboembolien auftraten. Verglichen mit einer Kontrollpopulation betrug das relative Risiko für ein arterielles Ereignis 1,5 (95% CI 1,1–2,1) und für ein venöses 2,0 (1,2–3,3). Signifikant erhöht waren namentlich das Risiko eines Myokardinfarktes und einer Thrombose der tiefen Beinvenen.

Kurzform der Studie aus den «Annals of Internal Medicine»: Cardiovascular Events Associated With Use of Tyrosine Kinase Inhibitors in Chronic Myeloid Leukemia: A Population-Based Cohort Study

Frühere BDN-Texte zu Tyrosinkinasehemmern: Hepatitis-B-Reaktivierung unter TyrosinkinasehemmernErhöhtes Atherosklerose-Risiko durch Nilotinib (Tasigna®)? und Pulmonal-arterielle Hypertonie unter Dasatinib (Sprycel®)

 

Photosensibilisierung durch Ketoprofen-Gel (Fastum®)

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 24. August 2016

Die französische Arzneimittelbehörde erinnert daran, dass äusserlich angewandtes Ketoprofen (in der Schweiz steht von diesem nicht-steroidalen Entzündungshemmer nur noch diese Verabreichungsform zur Verfügung) phototoxische oder -allergische Reaktionen provozieren kann, die in schweren Fällen einer Hospitalisation bedürfen können. Deshalb ist es wichtig, dass mit Ketoprofen behandelte Hautstellen vor jeglicher Sonnen- oder UV-Licht-Exposition geschützt (auch bei bedecktem Himmel) und dass die Hände nach dem Auftragen des Gels gründlich gewaschen werden.

Mitteilung der französischen Arzneimittelbehörde: Gels de kétoprofène – rappel du risque de photosensibilité et des mesures visant à réduire ce risque

 

Leberschäden unter Eltrombopag (Revolade®)

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 29. August 2016

Eltrombopag – ein Thrombopoietinrezeptor-Agonist zur Behandlung bei immunthrombozytopenischer Purpura und gewissen anderen Thrombozytopenien – kann schwerwiegende und potentiell tödliche Leberschäden verursachen. Unter einer Behandlung mit Eltrombopag sollen deshalb regelmässig Transaminasen-Werte und Bilirubin-Spiegel kontrolliert werden. Beobachtet man einen Anstieg, ist die Behandlung mit Eltrombopag gegebenenfalls zu stoppen.

Mitteilung von «Health Canada»: REVOLADE (eltrombopag) – Risk of Severe Hepatotoxicity

Übersichtsartikel zu Eltrombopag: Neue hämatologische Arzneimittel: Eltrombopag (Revolade®)

 
August 2016
Copyright © 2020 Infomed-Verlags-AG

infosheet projekt infos

pharma-kritik abonnieren

infomed-screen abonnieren

mailingliste abonnieren

rss feed abonnieren

Ressourcen Links
Bad Drug News index
pharma-kritik abonnemente
infomed-screen abonnemente
pharma-kritik neu im web
aktueller pharma-kritik jahrgang