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 bad drug news

Juni 2016

QT-Verlängerung durch Hydroxyzin (Atarax®)

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 7. Juni 2016

Die kanadische Arzneimittelbehörde erinnert daran, dass unter dem Erstgenerations-Antihistaminikum Hydroxyzin Fälle von verlängerter QT-Zeit oder Torsades de pointes vorgekommen sind. Mehrheitlich wiesen die betroffenen Personen noch andere Risikofaktoren auf wie Elektrolytstörungen, kongenitales QT-Syndrom oder Komedikation mit Substanzen, die entweder ebenfalls die QT-Zeit verlängern oder die den Abbau von Hydroxyzin hemmen. Die QT-Zeit-Verlängerung unter Hydroxyzin scheint dosisabhängig zu sein, weshalb man sich an eine maximale Tagesdosis von 100 mg (bei älteren Leuten 50 mg) halten sollte.

Mitteilung von «Health Canada»: ATARAX (hydroxyzine) – Risk of QT Prolongation and Torsade de Pointes

 

Opioide: Marginale Wirkung bei chronischen Kreuzschmerzen

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 14. Juni 2016

In einer Metaanalyse wurden insgesamt 20 Studien zusammengetragen, in denen die Wirkung von Opioiden bei subakuten oder chronischen Kreuzschmerzen untersucht worden war. Die verwendeten Opioiddosen hatten sich im Bereich einer Morphin-Äquivalenzdosis von 40 bis 240 mg/Tag bewegt, und in fast allen Studien hatte die Behandlung maximal drei Monate gedauert. Das Fazit der Metanalyse lautet, dass sich chronische Kreuzschmerzen durch Opioide zwar bessern lassen, das Ausmass der Schmerzlinderung auf einer von 0 bis 100 Punkten reichenden Skala im Durchschnitt aber weniger als 20 Punkte beträgt und deshalb keine klinische Relevanz erreiche.

Kurzform der Metaanalyse aus dem «JAMA Internal Medicine»:  Efficacy, Tolerability, and Dose-Dependent Effects of Opioid Analgesics for Low Back Pain –€ A Systematic Review and Meta-analysis

 

Akute Niereninsuffizienz durch Canagliflozin (Invokana®) und Dapagliflozin (Forxiga®)

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 15. Juni 2016

Erneut ist eine Warnung zu Gliflozinen (SGLT-2-Hemmern) veröffentlicht worden: so hat man der FDA bereits 101 Fälle einer akuten Niereninsuffizienz gemeldet, die unter einer Gliflozin-Behandlung festgestellt worden waren (73 Fälle unter Canagliflozin, 28 Fälle unter Dapagliflozin). Deshalb wird geraten, bei einer Gliflozin-Behandlung die Nierenfunktion periodisch zu kontrollieren; ferner sind eine vorbestehende Niereninsuffizienz sowie andere Begleitumstände zu beachten, die eine Verschlechterung der Nierenfunktion begünstigen können (Volumenmangel, Herzinsuffizienz, Behandlung mit Diuretika, ACE-Hemmern, Sartanen oder nicht-steroidalen Entzündunsghemmern).

FDA-Mitteilung: FDA strengthens kidney warnings for diabetes medicines canagliflozin (Invokana, Invokamet) and dapagliflozin (Farxiga, Xigduo XR)

Kürzlicher BDN-Text: Vermehrte Amputationen unter Canagliflozin (Invokana®)

 

Hepatitis-B-Reaktivierung unter Tyrosinkinasehemmern

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 22. Juni 2016

Substanzen, welche die BCR-ABL-Tyrosinkinase hemmen und z.B. zur Behandlung der chronischen myeloischen Leukämie verwendet werden – dazu gehören Imatinib (Glivec® u.a.), Bosutinib (Bosulif®), Dasatinib (Sprycel®), Nilotinib (Tasigna®) und Ponatinib (Iclusig®) – können zu einer Reaktivierung einer Hepatitis B führen. Deshalb soll vor einer Behandlung mit diesen Medikamenten der Hepatitis-B-Serostatus überprüft werden.

Mitteilung von «Health Canada»: BCR-ABL Tyrosine Kinase Inhibitors [GLEEVEC (imatinib mesylate), TASIGNA (nilotinib), BOSULIF (bosutinib), SPRYCEL (dasatinib), ICLUSIG (ponatinib hydrochloride)] – Risk of Hepatitis B Reactivation

 

Opioide erhöhen Mortalität

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 28. Juni 2016

Gemäss einer retrospektiven Kohortenstudie erhöhen langwirkende Opioide wie Morphin und Oxycodon in Retardform, Fentanyl-Pflaster oder Methadon die Mortalität bei Leuten, die diese Medikamente zur Behandlung von nicht-krebsbedingten chronischen Schmerzen erhalten. Unter den Opioiden betrug die Mortalität 167 pro 10’000 Personenjahre, in der Kontrollgruppe – Personen, die zur Schmerzbehandlung Antiepileptika oder niedrigdosierte Antidepressiva bekommen hatten – lediglich 108 pro 10’000 Personenjahre (HR 1,64 [95% CI 1,26–2,12]). Das erhöhte Sterberisiko unter Opioiden ergab sich nicht nur durch Überdosierunen, sondern auch durch andere Todesursachen, die häufiger aufgetreten waren.

Kurzform der Studie aus dem JAMA: Prescription of Long-Acting Opioids and Mortality in Patients With Chronic Noncancer Pain

 
Juni 2016
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