bad drug news

April 2016

Ulzerationen unter Nicorandil (Dancor® u.a.)

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 5. April 2016

Das Antianginosum Nicorandil kann Ulzerationen im Gastrointestinaltrakt sowie – seltener – im Bereich der Haut und anderer Schleimhäute verursachen; auch das Auge kann betroffen sein. Ulzerationen unter Nicorandil können zu jedem Behandlungszeitpunkt, also auch nach langjähriger Verabreichung auftreten und können sich bei derselben Person an verschiedenen Stellen manifestieren.
Ulzerationen im Gastroinestinaltrakt werden durch eine Begleittherapie mit Acetylsalicylsäure, nicht-steroidalen Entzündungshemmern oder Steroiden begünstigt, sind mehrheitlich als schwerwiegend einzustufen und lassen sich nur durch Absetzen von Nicorandil zum Abheilen bringen.

Mitteilung der britischen Arzneimittelbehörde: Nicorandil: now second-line treatment for angina –€ risk of ulcer complications

 

Venlafaxin (Efexor® u.a.) und Lichtempfindlichkeitsreaktionen

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 12. April 2016

Die neuseeländische Arzneimittelbehörde erinnert daran, dass Venlafaxin in seltenen Fällen eine Photosensitivität hervorruft – so dass es angeraten sein kann, sich unter einer Behandlung mit geeigneten Kleidern, einer Kopfbedeckung und einer Sonnencrème zu schützen.

Mitteilung der neuseeländischen Arzneimittelbehörde: Venlafaxine and Photosensitivity

 

Erythropoietin (Eprex® u.a.) verbessert Lebensqualität nicht

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 19. April 2016

Zur Behandlung einer renalen Anämie werden Erythropoietin oder ähnliche Substanzen eingesetzt. Indem man dabei einen möglichst hohen Hämogobinwert anstrebt, steigert man gemäss einer aktuellen Metaanalyse allerdings nicht die Aussichten auf eine verbesserte Lebensqualität. So fand man zwischen Personen, deren Hämoglobinwert bei 7,4 bis 12 g/dl lag, und solchen, bei denen er 10,2 bis 13,6 g/dl betrug, keinen Unterschied bei Lebensqualität-bestimmenden Parametern wie dem «Short Form-36 Health Survey» (SF-36) und «Kidney Disease Questionnaire» (KDQ).
Schon früher hat sich gezeigt, dass man Morbidität und Mortalität nicht verbessert, wenn man bei chronisch Nierenkranken den Hämoglobinspiegel mit Erythropoietin zu normalisieren versucht.

Kurzform der Metaanalyse aus den «Annals of Internal Medicine»: The Effect of Erythropoietin-Stimulating Agents on Health-Related Quality of Life in Anemia of Chronic Kidney Disease: A Systematic Review and Meta-analysis

«infomed-screen»-Text: EPO-Therapie bei renaler Anämie: «less is more»

 

Neue Warnhinweise zu Opioiden

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 27. April 2016

Die FDA hat neue Warnhinweise publiziert, die Probleme im Zusammenhang mit einer Opioidbehandlung beschreiben:
(1) Gewisse Opioide können, wenn sie zusammen mit serotoninergen Substanzen wie zum Beispiel Antidepressiva oder Medikamenten gegen Migräne (Triptanen) verschrieben werden, ein Serotoninsyndrom auslösen; bereits bekannt war dies bei Tramadol (Tramal® u.a.), Tapentadol (Palexia®) und Pethidin; unterdessen sind auch Fälle unter Fentanyl (Durogesic® u.a.) und Methadon (Ketalgin® u.a.) beschrieben.
(2) Opioide können in seltenen Fällen eine Nebennierenrinden-Insuffizienz verursachen.
(3) Eine längerdauernde Opioidbehandlung kann die Sexualhormonspiegel vermindern, was zu Libidoverlust, erektiler Dysfunktion, Zyklusstörungen oder Infertilität führen kann.

FDA-Publikation: FDA warns about several safety issues with opioid pain medicines; requires label changes

 

Pioglitazon (Actos® u.a.): Erhöhtes Blasenkarzinom-Risiko bekräftigt

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 29. April 2016

In einer grossen Kohortenstudie, in welche die Daten von über 145’000 Diabeteskranken einflossen, bestätigte sich, dass Pioglitazon mit einem erhöhten Blasenkarzinom-Risiko assoziiert ist. Im Vergleich zur Kontrollgruppe (Leute, die nicht mit einem Glitazon behandelt worden waren) errechnete sich für Pioglitazon eine signifikant erhöhte «Hazard Ratio» von 1,63 (95% CI (1,22–2,19). Das verstärkte Blasenkarzinom-Risiko scheint eine substanzspezifische Eigenschaft von Pioglitazon zu sein, da man für Rosiglitazon – das andere, mittlerweile nicht mehr erhältliche Glitazon – kein erhöhtes Risiko nachweisen konnte.

Volltext der Studie aus dem BMJ: Pioglitazone use and risk of bladder cancer: population based cohort study 

Früherer BDN-Text: Krebsrisiko unter Pioglitazon (Actos)

«pharma-kritik»-Text: Pioglitazon und Blasenkrebs

 
April 2016
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