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 bad drug news

Oktober 2015

Paroxetin (Deroxat® u.a.) am Pranger

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 2. Oktober 2015

Vor 14 Jahren war die «Studie 329» publiziert worden, ein Doppelblindvergleich zwischen Paroxetin, Imipramin (Tofranil®) und Placebo bei der Behandlung einer Depression bei Jugendlichen. Das veröffentlichte Ergebnis hatte eine vorteilhafte Wirkung für Paroxetin annehmen lassen. Wie später bekannt wurde, war die Publikation zu grossen Teilen durch Ghostwriter abgefasst worden.
Im «British Medical Journal» ist nun eine Reanalyse dieser Studie erschienen, die sich auf das Originalprotokoll und möglichst alle Originaldaten abgestützt hatte. Im Gegensatz zur ursprünglichen Publikation führte die Reanalyse zum Schluss, dass weder Paroxetin noch Imipramin bei den behandelten Jugendlichen eine signifikante antidepressive Wirkung gezeigt hätten; zudem hätten sich bei beiden Mitteln vermehrte Nebenwirkungen beobachten lassen, zum Beispiel Suizidalität bei Paroxetin und kardiovaskuläre Probleme bei Imipramin.

Volltext der Reanalyse aus dem BMJ: Restoring Study 329: efficacy and harms of paroxetine and imipramine in treatment of major depression in adolescence

Ursprüngliche Publikation der Studie 329 aus dem «Journal of the American Academy of Child and Adolescent Psychiatry»: Efficacy of paroxetine in the treatment of adolescent major depression: a randomized, controlled trial

Früherer BDN-Text: Paroxetin (Deroxat® u.a.) als Antidepressivum: ernüchternde Gesamtbilanz

 

Polystyrolsulfonat: Vorsicht vor Interaktionen

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 27. Oktober 2015

Polystyrolsulfonat wird als Kationenaustauscher zur Behandlung einer Hyperkaliämie verwendet und steht als Natrium- (Resonium® A) oder als Kalziumsalz (Sorbisterit®) zur Verfügung. Wie in der Fachinformation vermerkt, kann Polystyrolsulfonat die Resorption von Thyroxin und von Lithium vermindern. Es sind jedoch nie eingehendere Interaktionsstudien durchgeführt worden, und man kann nicht ausschliessen, dass es weitere Medikamente gibt, die sich an Polystyrolsulfonat binden und so an Wirkung verlieren würden. Die FDA empfiehlt deshalb, dass man zwischen der Einnahme von Polystyrolsulfonat und anderen Mitteln einen Abstand von mindestens 6 Stunden legt.

FDA-Mitteilung: FDA requires drug interaction studies with potassium-lowering drug sodium polystyrene sulfonate

 
Oktober 2015
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