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 bad drug news

September 2014

Epidurale Steroide: Wirkung bei Lumbalstenose fraglich

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 2. September 2014

In einer Doppelblindstudie wurden 400 Personen mit einer symptomatischen Lumbalstenose mit einer Epiduralinfiltration behandelt: eine Gruppe erhielt Lidocain plus ein Kortikosterioid, die andere nur Lidocain. Die Infiltration konnte bei Bedarf nach 3 Wochen wiederholt werden. Primäre Endpunkte waren die Veränderung der Schmerzstärke und der funktionellen Beeinträchtigung nach 6 Wochen. Dabei fanden sich zwischen den beiden Gruppen keine signifikanten Unterschiede.


Kurzfassung der Studie aus dem «New England Journal of Medicine»: A Randomized Trial of Epidural Glucocorticoid Injections for Spinal Stenosis

Frühere BDN-Texte zu epiduralen Steroiden: FDA-Warnung zu epiduralen Steroiden und Wirkung von Epiduralinfiltrationen bei Lumboradikulärschmerzen minimal

 

Paracetamol zeigt keine Wirkung bei akutem Kreuzschmerz

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 16. September 2014

In einer australischen Doppelblindstudie verteilte man 1643 Patienten und Patientinnen, die an akuten, als mindestens mittelstark erlebten Kreuzschmerzen litten, auf drei Gruppen: in der ersten Gruppe verordnete man Paracetamol in fixer Dosierung (3-mal 2 Retardtabletten zu 665 mg pro Tag), in der zweiten Paracetamol als Reservemedikament (1 bis 2 Normaltabletten zu 500 mg pro Tag) und in der dritten Placebo; als Behandlungsdauer waren maximal vier Wochen vorgesehen. Den primären Endpunkt bildete die Zeit, die bis zum Verschwinden der Schmerzen verstrich. In den beiden Paracetamol-Gruppen betrug sie im Median 17 Tage, in der Placebo-Gruppe 16 Tage.


Kurzfassung der Studie aus dem «Lancet»: Efficacy of paracetamol for acute low-back pain: a double-blind, randomised controlled trial

 

Ivabradin (Procorolan®) bei stabiler Angina pectoris: Fehlender prognostischer Nutzen bestätigt

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 26. September 2014

In einer grossen Doppelblindstudie wurde untersucht, ob sich Ivabradin (ein sog. If-Kanal-Hemmer, der herzfrequenzsenkend wirkt) bei koronarer Herzkrankheit mit normaler Linksherzfunktion durch einen prognostischen Nutzen auszeichnet (eine ähnliche Studie, jedoch bei Personen mit eingeschränkter Linksherzfunktion, hatte bereits früher stattgefunden; siehe unten unter den «infomed-screen»-Links). Mehr als 19’000 Patienten und Patientinnen mit einer stabilen Angina pectoris, einem Puls von mindestens 70/min und ohne Herzinsuffizienzzeichen erhielten zusätzlich zur bestehenden Therapie entweder Ivabradin (2-mal 5 bis 10 mg/Tag) oder Placebo. Nach einer durchschnittlichen Beobachtungszeit von knapp 28 Monaten (Medianwert) fand sich beim primären Endpunkt, der Kombination aus kardiovaskulär bedingtem Todesfall und nicht-tödlichem Herzinfarkt, kein signifikanter Unterschied: die Ereignisrate betrug in der Ivabradin-Gruppe 6,8% und in der Kontrollgruppe 6,4%.


Kurzfassung der Studie aus dem «New England Journal of Medicine»: Ivabradine in Stable Coronary Artery Disease without Clinical Heart Failure

«infomed-screen»-Texte zu Ivabradin: Herzfrequenzsenkung mit Ivabradin: was nützt es? (Studie 1) und Herzfrequenzsenkung mit Ivabradin: was nützt es? (Studie 2)

«pharma-kritik»-Text: Ivabradin

 

Suizidalität bei Atomoxetin (Strattera®)

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 29. September 2014

Die australische Arzneimittelbehörde hat vor einiger Zeit darauf hingewiesen, dass bei Kindern und Jugendlichen, die zur Behandlung eines ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätsstörung) Atomoxetin erhalten haben, vermehrt Suizidgedanken und suizidales Verhalten beobachtet worden seien. Über die Hälfte der psychiatrischen Nebenwirkungen, von denen man Kenntnis bekommen habe, hätten eine Suizidalität beschrieben; ein Kind unter Atomoxetin habe sich das Leben genommen.


Bericht der «Therapeutic Goods Administration»: Atomoxetine and suicidality in children and adolescents

Frühere BDN-Texte, die sich u.a. mit Atomoxetin befassen: Neue Warnung zu Atomoxetin und Priapismus unter Methylphenidat (Ritalin® u.a.)

«pharma-kritik»-Text: Atomoxetin

 

Autoimmunhepatitis durch Liraglutid (Victoza®)

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 30. September 2014

In einem Fallbericht wird eine Patientin mit Typ-2-Diabetes vorgestellt, die mit Metformin und GLP-1-Rezeptor-Agonisten behandelt wurde; 4 Monate, nachdem man von Exenatid (Byetta®) auf Liraglutid gewechselt hatte, wurde eine – histologisch bestätigte – Autoimmunhepatitis diagnostiziert. Deshalb ersetzte man Liraglutid durch Insulin. Trotz zusätzlicher Gabe von Prednison normalisierten sich aber die Leberwerte auch im Verlauf der weiteren 6 Monate nicht vollständig. Da keine andere Ursache identifiziert werden konnte, scheint es sich am wahrscheinlichsten um einen Liraglutid-induzierten Leberschaden zu handeln.


Kurzfassung des Fallberichts aus dem «JAMA Internal Medicine»: Liraglutide-Induced Autoimmune Hepatitis

Frühere BDN-Texte zu Liraglutid: Liraglutid (Victoza®): Marktrückzug gefordert und Neuere Antidiabetika und Pankreas-Nebenwirkungen

«pharma-kritik»-Text: Liraglutid

 
September 2014
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