bad drug news

August 2014

Orale Antikoagulantien werden zu oft mit Plättchenhemmern kombiniert

Verfasst von: Etzel Gysling
Datum: 11. August 2014

Gemäss einer Analyse von europäischen Registern (unter Berücksichtigung der Schweiz) erhalten antikoagulierte Personen mit Vorhofflimmern viel zu häufig auch Plättchenhemmer. Diese kombinierte Behandlung (zum Teil eine "Tripeltherapie" mit oralen Antikoaguloantien und zwei Plättchenhemmern) ist nur selten indiziert und mit einem hohen Blutungrisiko verbunden.


Abstract der Arbeit in "Heart"

infomed-screen-Texte zur Kombination von Antikoagulatien und Plättchenhemmern:
Weniger ist mehr - auch bei der Antikoagulation
Stent bei oral Antikoagulierten: keine antithrombotische Dreifachtherapie
   

 

Statine ohne Nutzen bei COPD

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 18. August 2014

Aufgrund von retrospektiven Daten vermutete man, Statine könnten dank einer entzündungshemmenden Wirkung auch bei chronischer obstruktiver Lungenkrankheit (COPD) hilfreich sein. Durch eine randomisierte Doppelblindstudie wird diese Hypothese nun aber in Abrede gestellt. 877 Personen, die an einer COPD litten, erhielten entweder Simvastatin (Zocor® u.a., 40 mg/Tag) oder Placebo. Nach einer mittleren Beobachtungszeit von 1¾ Jahren ergab sich bei der Exazerbationsrate, dem primären Endpunkt, für Simvastatin ein Wert von 1,36 und für Placebo ein Wert von 1,39 pro Personenjahr, was keinen signifikanten Unterschied bedeutete.


Kurzfassung der Studie aus dem «New England Journal of Medicine»: Simvastatin for the Prevention of Exacerbations in Moderate-to-Severe COPD

 

Warnungen zu Ofatumumab (Arzerra®)

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 19. August 2014

Zu Ofatumumab – ein gegen CD20 gerichteter monoklonaler Antikörper, der zur Behandlung bei fortschreitender chronischer lymphatischer Leukämie zur Verfügung steht – sind in letzter Zeit zwei Warnschreiben verschickt worden. Das eine bezieht sich darauf, dass Ofatumumab eine Hepatitis-B-Reaktivierung verursachen kann und deshalb entsprechende Vorsichtsmassnahmen verlangt. Das andere weist auf schwerwiegende Infusionsreaktionen hin, die vorkommen können – was an einem Patienten illustriert wird, der unter der Ofatumumab-Infusion – ohne Vorgeschichte einer Herzerkrankung – einen Herztod erlitten hat.


Mitteilungen von «Health Canada» (Ofatumumab –€ Recommendations to Screen, Monitor and to Manage Hepatitis B Virus Reactivation) und Swissmedic (Tödliche Infusionsreaktionen unter der Behandlung mit Ofatumumab)

 

Leberschaden unter Rivaroxaban (Xarelto®)

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 27. August 2014

Im «JAMA Internal Medicine» werden zwei Fälle eines symptomatischen Leberschadens beschrieben, die sich (in der Schweiz) unter Rivaroxaban ereignet haben. Im ersten Fall handelt es sich um einen 52-jährigen Mann, bei dem nach 2-monatiger Rivaroxaban-Einnahme (10 mg/Tag) Appetitverlust, Übelkeit und ein Ikterus auftraten und bei dem der Leberschaden auch via Biopsie dokumentiert wurde; der zweite Fall ist eine 73-jährige Frau, bei der sich nach 4-wöchiger Rivaroxaban-Behandlung (10 mg/Tag) ein Ikterus mit Juckreiz entwickelt hat. In beiden Fällen besserte sich die Symptomatik nach Absetzen von Rivaroxaban.

Gemäss dem Bericht hat Swissmedic neben diesen zwei Fällen 40 weitere Meldungen erhalten, in denen eine hepatische oder biliäre Nebenwirkung beschrieben ist, die unter einer Rivaroxaban-Therapie beobachtet worden war.

Kurzfassung des Berichts aus dem «JAMA Internal Medicine»: Symptomatic Hepatocellular Liver Injury With Hyperbilirubinemia in Two Patients Treated With Rivaroxaban

Früherer BDN-Text zu Rivaroxaban: Warnung vor Blutungen unter den «neuen» Antikoagulantien

«pharma-kritik»-Texte (z.T. nur mit Abonnement/Passwort zugänglich): Rivaroxaban und Drei neue Antikoagulantien im Vergleich

 
August 2014
Copyright © 2020 Infomed-Verlags-AG

pharma-kritik abonnieren

infomed-screen abonnieren

100 wichtige Medikamente

mailingliste abonnieren

Ressourcen Links
Bad Drug News index
pharma-kritik abonnemente
infomed-screen abonnemente
pharma-kritik neu im web
aktueller pharma-kritik jahrgang