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 bad drug news

September 2013

Saxagliptin (Onglyza®): Keine Reduktion der kardiovaskulären Ereignisse

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 2. September 2013

In einer grossen Doppelblindstudie (SAVOR-TIMI 53) erhielten knapp 16’500 Personen mit Typ-2-Diabetes den Dipeptidylpeptidase-4-Hemmer Saxagliptin oder Placebo; die Mehrheit des Kollektivs stand bereits unter einer antidiabetischen Behandlung zum Beispiel mit Metformin, einem Sulfonylharnstoff oder Insulin. Nach einer Beobachtungszeit von gut zwei Jahren zeigte sich zwar in der Saxagliptin-Gruppe eine bessere Blutzucker-Einstellung als in der Placebo-Gruppe. Der primäre Endpunkt – die Kombination aus kardiovaskulärem Todesfall, nicht-tödlichem Myokardinfarkt und nicht tödlichem Schlaganfall – trat aber in beiden Gruppen praktisch gleich häufig auf. Ausserdem zählte man in der Saxagliptin-Gruppe mehr Patienten und Patientinnen, die wegen einer Herzinsuffizienz hatten hospitalisiert werden müssen.


Kurzfassung der Studie aus dem «New England Journal of Medicine»: Saxagliptin and Cardiovascular Outcomes in Patients with Type 2 Diabetes Mellitus

Früherer BDN-Text: ÜÂœberempfindlichkeitsreaktionen und Pankreatitis unter Saxagliptin (Onglyza®) 

«pharma-kritik»-Übersicht (nur mit Abonnement/Passwort zugänglich): Saxagliptin

 

Aliskiren (Rasilez®): Kein Einfluss auf Fortschreiten der Koronarsklerose

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 11. September 2013

In der AQUARIS-Studie behandelte man 458 Patienten und Patientinnen mit einer angiographisch dokumentierten Koronarsklerose, einem systolischen Blutdruck zwischen 125 und 139 mmHg («Prähypertonie») und mindestens zwei weiteren kardiovaskulären Risikofaktoren während zwei Jahren doppelblind mit Aliskiren (300 mg/Tag) oder Placebo. Aliskiren führte zu einer um 2,1/1,5 mmHg stärkeren Blutdrucksenkung als Placebo, was signifikant war. Hingegen liess sich beim primären Endpunkt – dem prozentualen Atheromvolumen (PAV), das über eine endovaskuläre Ultraschall-Untersuchung in den Koroanrien bestimmt wurde – kein signifikanter Unterschied ausmachen: unter Aliskiren sank der PAV-Wert um 0,3 Prozentpunkte, unter Placebo stieg er um 0,1 Prozentpunkte.


Volltext der Studie und des begleitenden Editorials aus dem JAMA:  Effect of Aliskiren on Progression of Coronary Disease in Patients With Prehypertension und Renin-Angiotensin System Inhibition and Secondary Cardiovascular Prevention

Frühere BDN-Texte zu Aliskiren:  Studie mit dem Reninhemmer Aliskiren (Rasilez®) abgebrochen und Aliskiren (Rasilez®) ohne Zusatznutzen bei Herzinsuffizienz

«pharma-kritik»-Texte (nur mit Abonnement/Passwort zugänglich): Aliskiren und Gefährliche Aliskiren-Kombinationen

 

Akute Niereninsuffizienz durch Androgenblockade

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 24. September 2013

Das Ergebnis einer Fall-Kontroll-Studie, die bei Männern mit einem nicht-metastasierenden Prostatakarzinom durchgeführt wurde, lässt vermuten, dass eine medikamentöse Androgenblockade das Risiko einer akuten Niereninsuffizienz erhöht: Patienten, die man wegen einer akuten Niereninsuffizienz hospitalisiert hatte, standen signifikant häufiger unter einer androgenblockierenden Behandlung als die Kontrollgruppe («Odds Ratio» = 2,5). Unterteilte man nach verschiedenen Medikamentengruppen, waren es die Kombinationsbehandlungen (z.B. Gonadotropin-Agonist + orales Antiandrogen) sowie die Monotherapie mit einem Gonadotropin-Agonisten oder einem Östrogen, bei denen der Zusammenhang als signifikant auffiel. 


Kurzfassung der Studie aus dem JAMA: Androgen Deprivation Therapy and Risk of Acute Kidney Injury in Patients With Prostate Cancer

Übersichtsartikel zur Androgenblockade: Androgen Deprivation Therapy as Primary Treatment for Prostate Cancer und Contemporary role of androgen deprivation therapy for prostate cancer

 

Pentoxifyllin bei Alkoholhepatitis: keine verbesserte Überlebensrate

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 25. September 2013

270 Patienten und Patientinnen mit alkoholischer Hepatitis erhielten 4 Wochen lang Prednisolon (40 mg/Tag); zusätzlich verabreichte man ihnen doppelblind Pentoxifyllin (Pentoxi-Mepha®, 3-mal 400 mg/Tag) oder Placebo. Die 6-Monats-Überlebensrate, der primäre Endpunkt, war in beiden Gruppen identisch (bei Pentoxifyllin 69,9%, bei Placebo 69,2%). Es wurde ausserdem die Häufigkeit eines hepatorenalen Syndroms erfasst: sie betrug in der Pentoxifyllin-Gruppe 8,4%, in der Placebo-Gruppe 15,3%; der Unterschied war nicht signifikant, wobei die Studie für diese Fragestellung aber möglicherweise über zuwenig Teststärke verfügte.


Kurzfassung der Studie aus dem JAMA: Prednisolone With vs Without Pentoxifylline and Survival of Patients With Severe Alcoholic Hepatitis

 
September 2013
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