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 bad drug news

April 2013

Neuere Antidiabetika und Pankreas-Nebenwirkungen

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 2. April 2013

Neue Untersuchungen haben bestätigt bzw. Hinweise geliefert, dass Dipeptidylpeptidase-4-Hemmer (Gliptine) und Inkretinmimetika (Exenatid [Byetta®] und Liraglutid [Victoza®]) womöglich ein erhöhtes Risiko für eine Pankreatitis und für präkanzeröse Veränderungen (Metaplasien in den Pankreasgängen) bedeuten. Wie die europäischen und amerikanischen Arzneimittelbehörden mitteilen, würden diese Beobachtungen nun genauer analysiert, bevor weitere Schlüsse gezogen würden.


Mitteilung der EMA: European Medicines Agency investigates findings on pancreatic risks with GLP-1-based therapies for type 2 diabetes

Frühere BDN-Texte: Akute Pankreatitis als mögliche Nebenwirkung von Exenatid (Byetta®) und Liraglutid (Victoza®): Marktrückzug gefordert

«pharma-kritik»-Texte zu den besagten Antidiabetika (nur mit Abonnement/Passwort zugänglich): LinagliptinSaxagliptinSitagliptinVildagliptinExenatid und Liraglutid

 

Calcitonin-Nasenspray (Miacalcic®) in der EU verboten

Verfasst von: Etzel Gysling
Datum: 8. April 2013

Gemäss der Beurteilung der europäischen Arzneimittelbehörde EMA ist die längerfristige Anwendung des Calcitonin-Nasensprays Miaclacic® mit einem erhöhten Krebsrisiko verbunden. In Langzeituntersuchungen hatten Personen, die Calcitonin verwendeten, ein um 0,7 bis 2,4% höheres Krebsrisiko als solche, die kein Calcitonin verwendeten. Calcitonin sollte nur ganz kurzfristig und in der kleinstmöglichen Dosis eingesetzt werden. Es soll zukünftig nur noch zur Injektion oder Infusion erhältlich sein.

Link zum Dokument der EMA.  

 

Goji-Beeren plus orale Antikoagulantien: erhöhtes Blutungsrisiko

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 10. April 2013

Goji-Beeren, die Früchte des Chinesischen und des Gemeinen Bocksdorns, werden als «Gesundbrunnen» angepriesen und erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Gemäss einer Zusammenstellung des deutschen «Bulletin zur Arzneimittelsicherheit» – die auch entsprechende Fallberichte einschliesst – können Goji-Beeren oder daraus hergestellte Produkte die Wirkung von oralen Antikoagulantien und somit das Blutungsrisiko verstärken. Der Grund der Interaktion ist noch nicht entschlüsselt; vermutet wird eine Zytochromhemmung, möglicherweise spielen aber auch andere Mechanismen eine Rolle.


Artikel im «Bulletin zur Arzneimittelsicherheit» (Seite 13 der aktuellen Ausgabe): Mögliche Interaktion zwischen Vitamin-K-Antagonisten und der Goji-Beere – Risiko von INR-Erhöhung und schweren Blutungsereignissen

 

Erhöhtes Atherosklerose-Risiko durch Nilotinib (Tasigna®)?

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 16. April 2013

Nilotinib, ein Tyrosinkinasehemmer zur Behandlung der chronischen myeloischen Leukämie (CML), steigert möglicherweise das Atherosklerose-Risiko. So waren in einer Phase-III-Studie 5 bis 6% der Nilotinib-Behandelten von Stenosen der Koronarien, der Karotiden oder der Femoralarterien bzw. den damit verbundenen klinischen Ereignissen betroffen. Ferner sind weltweit bislang 277 Fallberichte zusammengekommen, die Entsprechendes beschreiben (bei einer geschätzten Gesamtexposition von knapp 40’000 Patientenjahren).


Mitteilung von «Health Canada»: TASIGNA (nilotinib) –€“ Possible Risk of Developing Atherosclerosis-Related Conditions

«pharma-kritik»-Texte zu Nilotinib (nur mit Abonnement/Passwort zugänglich):  Dasatinib und Nilotinib und Chronische Leukämien

 

Glukokortikoide: Akute Pankreatitis und venöse Thromboembolien

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 24. April 2013

Zwei skandinavische Fall-Kontroll-Studien liefern Hinweise, dass Glukokortikoide das Risiko sowohl einer akuten Pankreatitis als auch einer venösen Thromboembolie signifikant erhöhen.

In der einen Studie befasste man sich mit über 6100 Personen, bei denen erstmalig eine akute Pankreatitis aufgetreten war. Es zeigte sich, dass sie signifikant häufiger orale Glukokortikoide verwendeten als das Kollektiv der Kontrollgruppe. Die «Odds Ratio» lag je nach Berechnungsmodell zwischen 1,5 und 2,4.
In der anderen Studie, die über 38’000 Fälle von Venenthrombosen und Lungenembolien mit einer Kontrollgruppe verglich, ergab sich, dass unter systemischen Glukokortikoiden das Risiko einer venösen Thromboembolie um einen Faktor von 2 bis 3 zunimmt. Absolut gesehen entspricht dies bis zu 11 zusätzlichen Fällen venöser Thromboembolien pro 1000 Personen und Jahr.

Kurzfassungen der Studien aus dem «JAMA Internal Medicine»: Association of Oral Glucocorticoid Use With an Increased Risk of Acute Pancreatitis – A Population-Based Nested Case-Control Study und Use of Glucocorticoids and Risk of Venous Thromboembolism – A Nationwide Population-Based Case-Control Study

 
April 2013
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