bad drug news

März 2013

Telaprevir (Incivo®): Warnung vor schweren Hautreaktionen

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 6. März 2013

Die kanadische Arzneimittelbehörde erinnert daran, dass Telaprevir – ein Proteasehemmer zur Behandlung bei chronischer Hepatitis C – schwere und in Einzelfällen tödlich verlaufende Haut-Nebenwirkungen verursachen kann. Namentlich handelt es sich um die toxische epidermale Nekrolyse, das Stevens-Johnson-Syndrom und das DRESS-Syndrom («Drug Reaction with Eosinophilia and Systemic Symptoms»). Deshalb muss Telaprevir sofort abgesetzt werden, wenn ein schwerer Hautausschlag auftritt und am Zunehmen oder mit Allgemeinsymptomen verbunden ist.


Mitteilung von «Health Canada»: Telaprevir Combination Treatment –€“ Serious Skin Reactions Reported

«pharma-kritik»-Nummer mit einem Abschnitt zu Telaprivir (nur mit Abonnement/Passwort zugänglich): Therapie der chronischen Hepatitis C

Weitere Übersichtsartikel zu Telaprevir: Treatment of chronic hepatitis C genotype 1 with triple therapy comprising telaprevir or boceprevir und Boceprevir and Telaprevir in the Management of Hepatitis C Virus-Infected Patients

 

Aliskiren (Rasilez®) ohne Zusatznutzen bei Herzinsuffizienz

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 12. März 2013

In der doppelblinden ASTRONAUT-Studie verabreichte man 1615 Personen, die wegen einer Herzinsuffizienz hatten hospitalisiert werden müssen, nach der Stabilisierung ihres Zustands entweder Aliskiren (Zieldosis: 300 mg/Tag) oder Placebo, und zwar zusätzlich zur bestehenden Therapie mit den üblichen Medikamenten (Diuretika, Betablocker, ACE-Hemmer/Sartan u.a.). Sowohl nach 6 wie nach 12 Monaten fand man bei den kardiovaskulären Todesfällen und den Herzinsuffizienz-bedingten Rehospitalisationen zwischen der Aliskiren- und Kontrollgruppe keinen signifikanten Unterschied in der Häufigkeit.


Volltext der Studie aus dem JAMA: Effect of Aliskiren on Postdischarge Mortality and Heart Failure Readmissions Among Patients Hospitalized for Heart Failure

Früherer BDN-Text zu Aliskiren: Studie mit dem Reninhemmer Aliskiren (Rasilez®) abgebrochen

«pharma-kritik»-Texte zu Aliskiren (nur mit Abonnement/Passwort zugänglich): Aliskiren und Gefährliche Aliskiren-Kombinationen

 

Höherdosierte Protonenpumpenhemmer erhöhen bei Älteren Mortalität

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 20. März 2013

In einer Kohortenstudie wurden knapp 500 ältere Patienten und Patientinnen (≥ 65 Jahre), die aus dem Spital entlassen worden waren, während eines Jahres weiterverfolgt. Endpunkte bildeten zum einen die Mortalität, zum anderen die Kombination der beiden Ereignisse «Tod» oder «Rehospitalisation». Bei Personen, die einen Protonenpumpenhemmer einnahmen, kamen beide Endpunkte häufiger vor als bei solchen, die diese Medikamente nicht verwendeten. Bei der Mortalität war der Unterschied signifikant, beim kombinierten Endpunkt nicht-signifikant. Ferner beschränkte sich das heraufgesetzte Sterberisiko auf eine höherdosierte Protonenpumpenhemmer-Verabreichung, worunter in der Studie zum Beispiel bei Omeprazol (Antra® u.a.), Esomeprazol (Nexium® u.a.) oder Pantoprazol (Pantozol® u.a.) eine Menge von 40 mg/Tag verstanden wurde.


Kurzfassung der Studie aus dem «JAMA Intern Med»: Proton Pump Inhibitors and Risk of 1-Year Mortality and Rehospitalization in Older Patients Discharged From Acute Care Hospitals

Frühere BDN-Texte zu Protonenpumpenhemmern:
Erniedrigte Magnesiumkonzentration durch Protonenpumpenhemmer
Erhöhen Protonenpumpenhemmer das Risiko von Femurfrakturen?
Erhöhen Protonenpumpenhemmer das Risiko einer pseudomembranösen Kolitis?
Protonenpumpenhemmer und H2-Blocker sind mit erhöhtem Pneumonie-Risiko assoziiert


 

Missbrauch von schwächeren Opioiden gibt Anlass zur Sorge

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 22. März 2013

Ein Artikel im «British Medical Journal» befasst sich mit den steigenden Verschreibungszahlen sowie den zunehmenden Abhängigkeits- und Todesfällen, die man zum Beispiel in den USA und in Grossbritannien bei Tramadol (Tramal® u.a.) und der Kombination von Codein/Paracetamol (Co-Dafalgan® u.a.) beobachte. Besonders Codein/Paracetamol verdiene mehr Aufmerksamkeit. So werden für diese Schmerzmittelkombination typische Fälle von Suchtverhalten beschrieben, indem die empfohlene Dosis massiv überschritten wurde (was auch mit der Gefahr der Paracetamol-Überdosierung verbunden ist). Das Internet sei voll mit Einträgen, die eine Codein/Paracetamol-Abhängigkeit bezeugen, woraus sich ein grassierendes Problem ableiten lässt. Die vielgehörte Meinung, zur Schmerztherapie eingesetzte Opioide verursachten keine Abhängigkeit, wird deshalb als falsch taxiert.


Link zum BMJ-Artikel (Text nur mit Abonnement/Passwort zugänglich): Bad medicine: co-codamol

 

Enoxaparin (Clexane®): Vorsicht auch bei mässiggradiger Niereninsuffizienz

Verfasst von: Urspeter Masche
Datum: 27. März 2013

Die pharmakologische Wirkung des niedermolekularen Heparins Enoxaparin hängt von der Nierenfunktion ab, indem eine lineare Beziehung zwischen Faktor-Xa-Hemmung und Kreatininclearance (CrCl) besteht. Bei einer CrCl unter 30 ml/min wird deshalb zu einer Dosisreduktion geraten. Eine Kohortenstudie zeigte nun, dass auch bei mässiggradiger Niereninsuffizienz Gefahr droht. Gravierendere Blutungen traten bei Personen mit einer CrCl von 30 bis 50 ml/min in einer Häufigkeit von 22% auf, während es bei Leuten mit normaler Nierenfunktion (CrCl über 80 ml/min) lediglich 6% waren. Der begleitende Kommentar leitet daraus die Forderung ab, dass die Dosisempfehlungen entsprechend anzupassen seien. Ferner wird darauf hingewiesen, dass bei anderen renal eliminierten Antikoagulantien – erwähnt wird zum Beispiel Dabigatran (Pradaxa®) – dieselben Vorsichtsmassnahmen zu treffen seien.


Kurzfassung der Studie aus «JAMA Intern Med» und Verweis zum Kommentar (Text nur mit Abonnement/Passwort zugänglich): Enoxaparin Outcomes in Patients With Moderate Renal Impairment und Comment on «Enoxaparin Outcomes in Patients With Moderate Renal Impairment»

«pharma-kritik»-Übersicht: Niedermolekulare Heparine

 
März 2013
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